Schwermut
Vier Entwürfe zu Blogeinträgen. Viermal der Versuch, unterschiedliche Dinge festzuhalten, die mich bewegen. Die in meinem Inneren passieren.
Immer bin ich gescheitert. Ich erkenne zunehmend, daß es in meinem Leben wohl immer Zeiten geben wird, in denen ich mich wie Dreck fühle. In denen ich glauben werde, gescheitert zu sein. Nichts erreicht zu haben. Nichts richtig gemacht zu haben. Ein Krüppel zu sein.
Ich weiß nicht, wie ich das lösen soll.
[keine Kommentare]
Immer bin ich gescheitert. Ich erkenne zunehmend, daß es in meinem Leben wohl immer Zeiten geben wird, in denen ich mich wie Dreck fühle. In denen ich glauben werde, gescheitert zu sein. Nichts erreicht zu haben. Nichts richtig gemacht zu haben. Ein Krüppel zu sein.
Ich weiß nicht, wie ich das lösen soll.
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Schlechte Tage. Ein stumpfer Fleck auf einer glatten Fläche: meine Zerbrechlichkeit. Ich wische drüber, immer wieder. Es geht nicht weg.
Wenn ich auf einer Brücke stehe, dann habe ich Angst, daß ein Windstoß mir unter den Mantel fährt und mich zerlegt in Metallstäbe, Schrauben, Röhren, Eisenstangen, Zahnräder.
Das kann doch so nicht weitergehen. So kann ich nicht alt werden. Dies sind keine angemessenen Reaktionen.
Ich muß härter werden.
Wenn ich auf einer Brücke stehe, dann habe ich Angst, daß ein Windstoß mir unter den Mantel fährt und mich zerlegt in Metallstäbe, Schrauben, Röhren, Eisenstangen, Zahnräder.
Das kann doch so nicht weitergehen. So kann ich nicht alt werden. Dies sind keine angemessenen Reaktionen.
Ich muß härter werden.
<Sie brauchen das nicht zu lesen, das hat lediglich Logbuchfunktion>
Es fragt mich ja keiner, also frage ich mich mal selbst.
Es geht mir...nicht so gut, aber auch nicht mehr so schlecht wie heute vor einer Woche. Das Wochenende habe ich ganz gut überstanden, besser als gedacht. Manchmal habe ich Schmerzen in Brustkorb, aber immerhin nicht im Solarplexus, das wäre schlimmer. Am Montag hatte ich ein paar depressive Momente; ich fühlte mich absolut kraftlos, ausgesaugt von einer Schwärze. Ich komme aus dem schwarzen Loch dann aber nach 10 Minuten wieder raus.
</Logbuch fertig>
Es fragt mich ja keiner, also frage ich mich mal selbst.
Es geht mir...nicht so gut, aber auch nicht mehr so schlecht wie heute vor einer Woche. Das Wochenende habe ich ganz gut überstanden, besser als gedacht. Manchmal habe ich Schmerzen in Brustkorb, aber immerhin nicht im Solarplexus, das wäre schlimmer. Am Montag hatte ich ein paar depressive Momente; ich fühlte mich absolut kraftlos, ausgesaugt von einer Schwärze. Ich komme aus dem schwarzen Loch dann aber nach 10 Minuten wieder raus.
</Logbuch fertig>
Ich mache früher Schluß und fahre durch die Stadt, in einem großem Bogen von Wedding über Prenzlauer Berg nach Friedrichshain. Vordergründig, um einige Besorgungen zu machen, in Wahrheit wohl aus Melancholie.
Die Stadt zieht an mir vorbei. Eine gepflegte, leicht ökomäßig angezogene Frau, die darauf wartet, die Straße überqueren zu können und dabei permanent mit sich selbst redet. Ein Zigeunerkind, vielleicht zehn, mit einem alten, erwachsenen Gesicht und einem Kleinkind auf dem Schoß. Eine kleine, kompakte, füllige Frau mit ihrem schlaksigen, zwei Köpfe größeren Freund, und wie sie sich reckt, auf die Zehenspitzen stellt, und er sich runterbeugt, ein kurzer Kuß, dann geht es weiter.
Später, in einem billigen Einrichtungsmarkt im Wedding, die Blicke der schwarzhaarigen Männer, die abschätzen, ob man fickbar wäre. Natürlich wäre ich das, aber das sieht man ja nicht.
Schönhauser Allee, Danziger Straße. Es wird Abend und dann Nacht, ein langsames Erblinden.
Die Stadt zieht an mir vorbei. Eine gepflegte, leicht ökomäßig angezogene Frau, die darauf wartet, die Straße überqueren zu können und dabei permanent mit sich selbst redet. Ein Zigeunerkind, vielleicht zehn, mit einem alten, erwachsenen Gesicht und einem Kleinkind auf dem Schoß. Eine kleine, kompakte, füllige Frau mit ihrem schlaksigen, zwei Köpfe größeren Freund, und wie sie sich reckt, auf die Zehenspitzen stellt, und er sich runterbeugt, ein kurzer Kuß, dann geht es weiter.
Später, in einem billigen Einrichtungsmarkt im Wedding, die Blicke der schwarzhaarigen Männer, die abschätzen, ob man fickbar wäre. Natürlich wäre ich das, aber das sieht man ja nicht.
Schönhauser Allee, Danziger Straße. Es wird Abend und dann Nacht, ein langsames Erblinden.
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Gestern war ein übler, übler Tag. Der verdammte schwermütige Zug in meiner Familie, mein ungarisches Erbe.
Geht besser heute, danke der Nachfrage
Geht besser heute, danke der Nachfrage
Und eines Morgens wacht man auf
und der Schwermut,
der einen seit einer Woche oder zwei plagt
ist weg.
Man steht auf,
wäscht Geschirr ab,
räumt auf,
zieht sich schön an,
voller Energie
und Leichtigkeit.
Hallelujah.
und der Schwermut,
der einen seit einer Woche oder zwei plagt
ist weg.
Man steht auf,
wäscht Geschirr ab,
räumt auf,
zieht sich schön an,
voller Energie
und Leichtigkeit.
Hallelujah.
Gestern abend plötzlich depressiv geworden. Trotz eines angenehmen Arbeitstages, Ausblick auf eine angenehme Arbeitswoche mit Urlaub ab Karfreitag und zufriedenstellender Abarbeitung meiner privaten to-do-Liste.
Dieser schwermütige Zug liegt in der Familie, vielleicht mein ungarisches Erbe.
Gegenmaßnahmen: gutes Buch lesen, weiße Schokolade und früh schlafen gehen. Hat nur mäßig geholfen. Nachts geträumt, in einem einstürzendem Haus im 4. Stock zu sein. Ein amerikanisches Holzhaus, ein bißchen wie bei der Zauberer von Oz. Das Haus hat minutenlang gebebt, nacheinander sind das Dach, die Seitenwände, alle Gegenstände im Raum, die anderen Menschen und ganz zum Schluß ein Klavier hinuntergefallen. Ich konnte mich an einem Stromkabel festhalten, mit dem Wissen, daß ich fallen werde, früher oder später.
Dieser schwermütige Zug liegt in der Familie, vielleicht mein ungarisches Erbe.
Gegenmaßnahmen: gutes Buch lesen, weiße Schokolade und früh schlafen gehen. Hat nur mäßig geholfen. Nachts geträumt, in einem einstürzendem Haus im 4. Stock zu sein. Ein amerikanisches Holzhaus, ein bißchen wie bei der Zauberer von Oz. Das Haus hat minutenlang gebebt, nacheinander sind das Dach, die Seitenwände, alle Gegenstände im Raum, die anderen Menschen und ganz zum Schluß ein Klavier hinuntergefallen. Ich konnte mich an einem Stromkabel festhalten, mit dem Wissen, daß ich fallen werde, früher oder später.
