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Liebes Weblog, alles scheiße. Man soll auch nicht schreiben, daß man glücklich ist, das macht nur die Götter neidisch. Meine Arbeit ist eine zickige Geliebte und macht mir Probleme, nichts funktioniert und ich finde den Fehler nicht. Außerdem ist MONTAG.
In Zeiten wie diesen braucht eine Frau einen Lichtblick, und meiner heißt: Robert Tronzo.
Vor einiger Zeit ergab es sich, daß ich bei DSF hängenblieb. DSF ist ja eher ein Homeshopping/ Gewinnspiel-Abzocke/ Werbefernsehen-Sender; von den Frauen, die nachts an Sportgeräte gelehnt strippen, ganz zu schweigen. Jedenfalls berichtete DSF über ein Pokertunier ("World Series of Poker"), gesponsert von Party Poker, das sind diese Internetseiten, die einem immer die Referrer vollspammen. Jede Menge guter Gründe also, diese Sendung zu verabscheuen, aber Tatsache ist, daß es sich um das spannendste handelt, das ich seit langem im Fernsehen gesehen habe. Und endlich habe ich die Regeln von Texas hold 'em verstanden dank eines ernsten, zurückhaltendem und nicht nervigten Sportkommentators.
Besonderer Kick dieser Sendung: am Tisch sitzt eine Mischung aus Poker-Profis und Amateuren, die sich über das Internet qualifiziert haben. Robert Tronzo ist so ein Amateur - ein Außenseiter, dem sofort meine Sympathie gehörte. Gebannt schaute ich zu, wie er sich durchs Halbfinale kämpfte. Es sah schlecht für ihn aus. Er hatte ziemlich wenig Chips und keine guten Karten. Bei jeder Runde dachte ich: gleich ist er raus. Hatte er gute Karten, rief ich: geh' all in! geh' all in! Er passte. Und dieses passen, diese Geduld, die hat ihm, von dem niemand etwas erwartet hat, schließlich zum Sieg verholfen. Zwei seiner Mitspieler haben sich nämlich gegenseitig fertig gemacht, und nach 20 absolut passiven Runden kam die Stunde des Robert Tronzo: er hatte ein gutes Blatt, gewann den Pott und konnte dann souverän weiterspielen.
Und ja, ich dachte an Herrn Rounders. Der seine Website nach einem Pokerfilm benannt hatte. Der uns in seine Karten gucken ließ. Es gibt so vieles, das ich nach und nach verstehe, und die Magie des Kartenspiels gehört dazu.

Finale: heute, 20.30, DSF

further reading: Wil Wheaton hat mitgespielt und verloren.
TheSource meinte am 11. Jul, 20:07:
Ich empfehle
Omaha hold´em - macht noch mehr Spaß.
Wer große "Pötte" mag, schwört auf Seven Card Stud ;-) 
Schampar meinte am 11. Jul, 23:09:
Finale wegen Arbeit verpasst
Schön, dass Sie sich auch auf DSF vorübergehend vergnügen können.
Einen grösseren Einsatz erst bei einem guten "Card" zu setzen hat sich bei mir auch im real life bewährt - bin aber auch schon mit einem Bluff ans Ziel gekommen. Am schwierigsten ist es zu fühlen, wann man/frau passen muss. Magic of life. 
fragmente meinte am 12. Jul, 09:40:
Robert Tronzo ist als erster ausgeschieden, nach nur 10 Händen. Er hat ein schwaches Blatt gespielt, all in, als er besser hätte passen sollen.
Ein Glück, daß ich keine Gewinner liebe. 
Thot meinte am 12. Jul, 23:00:
Vielen Dank für den Tip. Ich kann mich gar nicht erinnern, wann ich letztmals zwei Stunden am Stück TV guckte, ausserhalb von Filmen. Sehr spannende Unterhaltung.

Der Sieger spielte eine unglaubliche Mischung aus Können und Glück. Ich hatte eigentlich auf den am Ende Drittplazierten, den Iren als Ersten gesetzt. Aber vor der Macht des Chiphaufens und dem Gespür des Siegers für die Karten sind sie alle der Reihe nach in die Knie gegangen.

Spannend finde ich im DSF übrigens auch Billardübertragungen. Versäume sie allerdings regelmässig. 
fragmente antwortete am 13. Jul, 11:42:
Mmmmh, Ronnie O'Sullivan. Auch sehr sexy. Aufgewachsen im Pornoladen seiner Eltern. (Snooker, allerdings.) 
Thot antwortete am 13. Jul, 14:05:
Man spricht in den Kreisen in den ich aufwuchs, gelegentlich von Taschenbillard (Minimalvariante - zwei Bälle, ein Stock), wenn ein Knabe seine Hände allzutief und tätig in seinen Hosentaschen versenkt. Sollte hier doch ein Zusammenhang bestehen?

Snooker ist auch ok, wie eigentlich alle Billardvarianten. Werd' mich doch einmal näher mit dem Programm von DSF befassen.

Am Rande bemerkt: Der Sprecher - das ist allerdings bei den tödlich langweiigen und gespürlosen Laberern bevorzugt der ÖR kein Problem - hielt eine angenehm auffallende Balance zwischen Schweigen und das Notwendige erkären. Sehr wohltuend, wenn man vorwiegend anderes gewohnt ist und bei Sportübertragungen verzweifelt zwischen Ton und ganz abschalten hin und her schwankt. 
fragmente antwortete am 13. Jul, 14:07:
Heute hat mir jemand erklärt, was "ein Zelt aufbauen" bedeutet. (Ich lerne täglich dazu, und werde trotzdem nicht klug.) 
Thot antwortete am 13. Jul, 14:18:
Zwischen diesem Wissen und der Verwertung desselben für eigene Zwecke stehen bei Mädchen gewisse Hindernisse biologischer Natur. Ich würde mich da nicht allzusehr grämen, frau kann sich bei Gelegenheit ja am Abbau beteiligen. Das ist oft viel spannender. Vielleicht ein Trost: Dabei soll auch mangelnde Klugheit kein Hindernis sein, eher im Gegenteil, folgt man den zahlreichen Sprüchen die zu diesem Sachverhalt in Umlauf sind. Was ich der Stelle nur der Vollständigkeit halber erwähnt wissen möchte - völlig wertfrei, was mich betrifft. 
Mayweather meinte am 13. Jul, 10:37:
Mmmh...
...Wesley Crusher. 
fragmente antwortete am 13. Jul, 11:36:
Ich glaube, das hört er nicht gerne. 
Mayweather antwortete am 13. Jul, 14:30:
Deswegen. 
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