Wir streiten. Ich habe lange gebraucht, um ihn dazu zu bewegen, sich anzuziehen, sich an den Tisch zu setzen, mich ernst zu nehmen. Er lächelt immer noch und denkt, es ist ein Spiel, es ist ein Spaß. Ich erkläre ihm, daß er meine Grenzen überschritten hat, gerade eben, und höre von ihm Ausflüchte: das wäre doch gar nicht so schlimm gewesen, und keine Absicht sowieso.
Als ich mir bereits vorkomme wie eine kaputte Schallplatte, nickt er endlich und gibt zu, er hätte da wohl einen Fehler gemacht. Aber wenn mir wirklich an ihm liegen würde, dann könnte ich ihm das doch nachsehen? Ich wäre immer so distanziert, unnahbar, rational. Schließlich bringt er auf den Tisch, was ihn bewegt: er sei in mich verliebt, gesteht er, und er spüre, daß ich nicht in ihn verliebt sei. Und mir bleibt nichts, außer ihm mit schweren Herzen zuzustimmen.
Er: in mich verliebt, kennt mich aber eigentlich gar nicht. Ist vielleicht mehr in die Möglichkeit einer Beziehung verliebt, weil er sich das sehr wünscht. Genießt definitiv das sexuelle, will aber mehr.
Ich: mag ihn, bin aber nicht in ihn verliebt. Mag die körperlichen Aspekte, wie er mich hält und mich umschlingt. Kann seine Verliebtheit ein wenig nachvollziehen, schließlich ging es mir mit Crush, den ich kaum kannte, ähnlich. Mache mir Sorgen, ob er mich respektiert. Bin oft etwas genervt, weil er so viel redet, unter anderem will er dauernd über eine Definition unseres Beziehungsstatus reden.
Wir: wie soll das werden, wie soll das funktionieren? Und will ich das überhaupt? Es gibt so vieles, was dagegen spricht. Und dann gibt es diese infinitisimalen Momente, in denen wir nebeneinander liegen, er redet ausnahmsweise mal nichts, ich spüre, wie sich sein Körper mit seinem Atem hebt und senkt, während die Luft der Sommernacht durch das geöffnete Fenster an uns entlang streicht. Und in mir ist dieser Friede.
"Mach was draus", riet mir ein kluger Mann. Ist nicht so einfach. Wir beide sind von ihren Sehnsüchten geprägte Menschen. Wir könnten Balsam füreinander sein, aber es gelingt nicht. Und das ist echt zum heulen.
Als ich mir bereits vorkomme wie eine kaputte Schallplatte, nickt er endlich und gibt zu, er hätte da wohl einen Fehler gemacht. Aber wenn mir wirklich an ihm liegen würde, dann könnte ich ihm das doch nachsehen? Ich wäre immer so distanziert, unnahbar, rational. Schließlich bringt er auf den Tisch, was ihn bewegt: er sei in mich verliebt, gesteht er, und er spüre, daß ich nicht in ihn verliebt sei. Und mir bleibt nichts, außer ihm mit schweren Herzen zuzustimmen.
Er: in mich verliebt, kennt mich aber eigentlich gar nicht. Ist vielleicht mehr in die Möglichkeit einer Beziehung verliebt, weil er sich das sehr wünscht. Genießt definitiv das sexuelle, will aber mehr.
Ich: mag ihn, bin aber nicht in ihn verliebt. Mag die körperlichen Aspekte, wie er mich hält und mich umschlingt. Kann seine Verliebtheit ein wenig nachvollziehen, schließlich ging es mir mit Crush, den ich kaum kannte, ähnlich. Mache mir Sorgen, ob er mich respektiert. Bin oft etwas genervt, weil er so viel redet, unter anderem will er dauernd über eine Definition unseres Beziehungsstatus reden.
Wir: wie soll das werden, wie soll das funktionieren? Und will ich das überhaupt? Es gibt so vieles, was dagegen spricht. Und dann gibt es diese infinitisimalen Momente, in denen wir nebeneinander liegen, er redet ausnahmsweise mal nichts, ich spüre, wie sich sein Körper mit seinem Atem hebt und senkt, während die Luft der Sommernacht durch das geöffnete Fenster an uns entlang streicht. Und in mir ist dieser Friede.
"Mach was draus", riet mir ein kluger Mann. Ist nicht so einfach. Wir beide sind von ihren Sehnsüchten geprägte Menschen. Wir könnten Balsam füreinander sein, aber es gelingt nicht. Und das ist echt zum heulen.
fragmente - am 2009-08-08 17:50
sammelmappe meinte am 8. Aug, 19:50:
Die Kombination 2einer verliebt - einer unverliebt" ist heikel. Gefährdet ist die Wertschätzung für die Person, die verliebt ist, da sie die verletzbarere Person ist.Ob das mit dem Balsam nicht doch noch was werden kann, das könnte Ihnen nur die Zeit zeigen, wenn sie sich beide die Zeit lassen.
Verdammt, es ist kein Kinderspiel, die eigenen Grenzen und die des anderen anzunehmen und zu erkennen. Die Konfrontation am Tisch - ich stelle mir das gerade so vor - muss ein Alptraum und eine Demütigung für den Verliebten gewesen sein, der von seiner rosa Wolke runtergeschmissen wurde.
Verantwortung kann man nur wahrnehmen, wenn die gegenseitige Wertschätzung vorhanden ist.
Weinen Sie Frau Fragmente, wenn Ihnen danach zumute ist. Nehmen Sie Ihre Kontaktlinsen raus und weinen Sie.
(Das war jetzt ein Ratschlag, aber ich hatte gelesen, dass beim Date Ratschläge erlaubt seien. Falls nicht, Ratschlag rauswerfen und trotzdem weinen.)
tradem meinte am 8. Aug, 20:13:
keine Heimat
"Das ist die Sehnsucht: wohnen im Gewogeund keine Heimat haben in der Zeit."
— Motto, Rainer Maria Rilke.
liebste meinte am 9. Aug, 12:54:
Von "wird sich jemals jemand in mich verlieben?" zu "es hat sich jemand in mich verliebt, will ich das überhaupt?". Gab es dazwischen denn den Moment des Genießens? Des bewussten Wahrnehmens, dass gerade etwas Schönes passiert ist? Und muss das Herz eigentlich immer alles bekommen, was es gerne hätte oder kann man nicht auch manchmal einfach zufrieden damit sein, dass es jemanden gibt, der einem Körper und Ego streichelt?
Fee am See meinte am 9. Aug, 19:48:
Auch das kann eine starke Kraft sein, die die Verliebten und die Umsonst-Geliebten zueinander zieht. Wenn man Glück hat geht man mit dem Wissen um seine Muster und Fallstricke daraus hervor. Ansonsten hilft nur rechtzeitig zu gehen bevor Schmerz und Schuldgefühle überhand nehmen (wie ich hoffe, dass ich das endlich gelernt habe!) Etwas draus machen? Ja, wenn von Anfang an ein Funke da ist, der dazu drängt - abgesehen vom körperlichen Funken. Ich wünsche Ihnen eine Lösung, die sich ganz leicht und selbstverständlich ergibt.
Wondergirl meinte am 10. Aug, 12:13:
Vielleicht sollten Sie beide es für den Anfang mehr als ein Spiel betrachten? Sie kennen sich doch vermutlich kaum, woher der Anspruch, alles irgendwie richtig zu machen? Wem sind Sie verpflichtet? Er ist doch vermutlich reif genug, Verantwortung für sich selbst zu übernehmen. Selbst wenn er nach ein paar Treffen von Verliebtsein zu sprechen glaubt (Sind das nicht eh die Hormone?).
exdirk meinte am 11. Aug, 19:41:
ich habe mich vor diesem »wir müssen reden« immer gefürchtet. 16 jahre, dann bin ich ausgezogen.
flyhigher meinte am 12. Aug, 09:23:
Die Definition Ihres Beziehungsstatus hinterfragt er vermutlich deshalb, weil er sich Ihrer nicht sicher ist. Je unsicherer, desto klammernder. Die Definition will er haben, um sich "wenigstens" daran festhalten zu können. Wäre jetzt meine Interpretation. Übrigens: bei mir ist aus diesem "Nicht-Verliebt-Sein" eine tolle Beziehung entstanden!
