Das Büro ist so gründlich ausgeräumt, es gibt nicht einmal mehr einen Stift. Nur der Standventialtor steht noch in der Ecke. Mein letzter Tag ist schon ein paar Tage her, aber mein Projekt ist gerade eben erst fertig geworden, nach langem Ringen. "Tschüss", hat der Chef gesagt, mehr nicht, zum Abschied so kühl, wie ich es aus den letzten Jahren gewohnt sein müsste. Wir haben uns nicht beieinander bedankt.
Ich lösche meine Passwörter, fahre den Rechner herunter, packe ein paar Daten-CDs und meine Schlüssel (Türen, Spind, Schreibtischelement) in einen Umschlag. Es ist spät, aber eine Kollegin ist noch da, sie bleibt heute bis neun, sagte sie. Ich gebe ihr den Umschlag und den Stift, den ich mir von ihr geliehen habe, in ihrem Lächeln ist Wärme und Sympathie. Wenigstens zusammengehalten haben wir immer. (Später wird mich noch meine Lieblingskollegin anrufen und mich fragen, wie es mir geht.)
Als ich das Gebäude verlasse, klatschen die ersten schweren Tropfen des nahenden Sommergewitters auf den Boden. In mir kommt Ärger auf. Ich kriege den Ventilator nicht ins Auto und werde zunehmend nass. Schließlich fahre ich los, bis mich der Regen zum Anhalten zwingt. Der Himmel ist dunkel, die Bäume biegen sich im Wind, das Wasser steht auf der Straße, füllt die Gullis, und ich wünsche mir, daß der Regen alles wegwäscht.
Es braucht einen Abschied für einen Neubeginn.
(Anderswo: Abschiedsrede.)
Ich lösche meine Passwörter, fahre den Rechner herunter, packe ein paar Daten-CDs und meine Schlüssel (Türen, Spind, Schreibtischelement) in einen Umschlag. Es ist spät, aber eine Kollegin ist noch da, sie bleibt heute bis neun, sagte sie. Ich gebe ihr den Umschlag und den Stift, den ich mir von ihr geliehen habe, in ihrem Lächeln ist Wärme und Sympathie. Wenigstens zusammengehalten haben wir immer. (Später wird mich noch meine Lieblingskollegin anrufen und mich fragen, wie es mir geht.)
Als ich das Gebäude verlasse, klatschen die ersten schweren Tropfen des nahenden Sommergewitters auf den Boden. In mir kommt Ärger auf. Ich kriege den Ventilator nicht ins Auto und werde zunehmend nass. Schließlich fahre ich los, bis mich der Regen zum Anhalten zwingt. Der Himmel ist dunkel, die Bäume biegen sich im Wind, das Wasser steht auf der Straße, füllt die Gullis, und ich wünsche mir, daß der Regen alles wegwäscht.
Es braucht einen Abschied für einen Neubeginn.
(Anderswo: Abschiedsrede.)
fragmente - am 2009-07-05 14:15
Huck meinte am 5. Jul, 16:10:
vℹɛʟ ɠⅼʉℂk ♥
Wondergirl meinte am 5. Jul, 16:30:
Von mir auch alles Gute.Was wird als Nächstes passieren?
glamourdick meinte am 6. Jul, 14:33:
können Sie sich noch erinnern wie endlos lang diese verpflichtung erschien, vor ca 2 jahren? best of luck!
brittbee meinte am 6. Jul, 16:42:
Meine liebste Tarot-Karte ist der einstürzende Turm. Er kündet vom Ende der Tage, aber auch vom Neuanfang. So ist es wohl. Man muss oft wohlvertrautest Land zurück lassen um neue Welten zu entdecken.Warum bin ich bei Dir da nur so verdammt positiv gestimmt?
kittykoma meinte am 6. Jul, 16:51:
solche gänge fallen vor allem schwer, wenn noch keine perspektive lockt.andererseits ist für menschen, die ein großes potential besitzen, dieses seltene vakuum sehr wichtig, auch wenn es nicht als angenehm empfunden wird.
Modeste meinte am 7. Jul, 00:43:
Alles Gute. Trinken Sie auf die letzten Jahre und auf alles, was kommt.
arboretum meinte am 8. Jul, 12:38:
Manche Chefs machen einem den Weggang wirklich leicht, denn man wird sie später nie vermissen, sondern vergessen.Ich wünsche Ihnen alles Gute - und als nächstes einen besseren Chef (oder zur Abwechslung mal eine nette Chefin).
walküre meinte am 8. Jul, 14:22:
Ich weiß nicht viel von Ihnen, nur das, was ich eben so der Bloglektüre zu entnehmen können glaube, aber ... mein erster Gedanke war: Es wird besser, als es war. Alles.
flying turtle meinte am 10. Jul, 07:50:
Ich freue mich schon, wenn ich nächstes Jahr endlich in dieses Vakuum, ja, das Wort trifft es vermutlich richtig, falle. Und auf der anderen Seite habe ich davor auch riesige Angst. Obwohl ich weiß, dass es mir um so vieles besser gehen wird. Egal, wieviel Geld ich verdiene, wieviel für die Rente bleibt. Alles ist besser als das jetzige.Insofern ziehe ich vor jedem den Hut, der diesen Weg auch geht. Diesen etwas ungewissen. Wenn man sich auf sich selbst verlassen kann - was soll dann passieren.
Viel Erfolg!
scarbo meinte am 24. Jul, 23:15:
Schon vor langem gelesen, heute erst den link angesehen. danke, ich fühle mich geehrt.
