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Ich träume, daß es an der Haustür läutet. Ich lehne mein Ohr an die mahagonifarbene Türe meines Elternhauses und rufe: "wer da?". Ich höre nur Gemurmel und entschließe mich, die Tür einen Spalt zu öffnen. Sofort drängen zwei stämmige Gangster hinein. Ich lehne mich mit aller Kraft gegen die Tür - ein Kampf, den ich verlieren werde. Mein Hund bellt laut und wütend, wirft sich in das Getümmel und beißt die Männer. Da merke ich, daß es im Obergeschoß brennt. Die Flammen schlagen bis an die Decke, ich kann die Hitze spüren. Ich halte ein Telefon in der Hand, wähle 110 und die Feuerwehr meint, sie schaut dann mal vorbei. Wenn sie Zeit haben.
Mein Hund und ich stehen im brennenden ersten Stock. Eine schmale, wacklige Treppe führt ins Erdgeschoß und ich weiß, der Hund kommt da nicht alleine hinunter. Ich muß den Hund retten und verzweifle fast bei dem Gedanken, dies könnte mir mißlingen. Ich liebe den Hund, und der Hund liebt mich, aufrichtig und intensiv. Ich hebe den Hund hoch - ein schwerer deutscher Schäferhund - und trage ihn die schmale Stiege hinunter. Meine Bandscheiben knarzen, jeder Tritt ist wacklig.
Das Erdgeschoß ist von jeder Menge Krimineller, Gesetz- und Obdachloser bevölkert. Die Haustüre steht ja offen. Eine toughe junge Frau, respekteinflößende Anführerin einer Gang, kommt auf mich zu und fordert meinen Hund, dessen schwarzes, seidiges und glänzendes Fell meine Hände gerade streicheln. Ich kann das keinesfalls zulassen, obwohl ich große Angst habe, also nehme ich den Kopf der Frau in den Schraubstock meiner Arme und versuche, ihr mit einer Drehung das Genick zu brechen. Ihr Hals ist zäh wie Gummi.
Ich wache auf. Mein Elternhaus ist seit letztem Jahr verkauft, der Hund seit zehn Jahren tot.

"Der Traum zeigt eine Verwandlung oder Aggression an, die nicht ausgelebt werden kann.", meint Twitter.

Ich glaube, es geht mir zur Zeit schlechter, als ich es mir eingestehen will.
blogger.de:novemberregen meinte am 18. Jun, 09:09:
Ich sehe den Traum nicht so negativ. Furchteinflößend sicherlich. Aber Sie sind darin aktiv, Sie handeln, Sie tun das, was Sie für richtig/wichtig halten. Keine Spur von Lethargie oder Aufgeben, sondern sehr viel Energie, die Situation anzugehen. 
fragmente antwortete am 19. Jun, 09:23:
(Aber ich hatte solche Angst...) 
Jings meinte am 19. Jun, 17:22:
Als ich den letzten Satz las, fiel mir ein Lied ein, das auch so lauten könnte: "Komm' und gib mir deine Hand, ich führe dich durch unsere Straßen. Ich zeig' dir Menschen, denen es wirklich schlecht geht." 
sammelmappe meinte am 19. Jun, 17:24:
Angst - für mich sieht dieser Traum nach Angst aus.
Angst, dass die letzte persönliche Schutzzone durchbrochen wird. Angst davor Aggressionen hilflos ausgeliefert zu sein. Angst davor, die Liebe zu verlieren.

Und Schuld: Die Schuld, dem Bösen die Tür geöffnet zu haben.

Aber Sie sehen: Die Angst hat sie nicht niedergerungen. Wenn sie auch noch so groß war. Man kann sich auch mit Angst wehren. 
scarbo meinte am 19. Jun, 18:33:
Das ist ein positiver Traum. Sie entschließen sich, die Tür zu öffnen, das Unbekannte, Bedrohliche einzulassen. Ihr Hund, Ihr Vertrauter (Ihr Vertrauen) "wirft sich in das Getümmel". Bravo ! Aber Sie und Ihr Vertrauen werden elementar (Feuer) bedroht. Das einst geschützte Leben (Elternhaus) ist von Gesindel belagert und wieder müssen Sie Ihr Vertrauen (ein großes, mit dem Sie eine intensive Liebe verbindet) massiv verteidigen. Sie wählen sofort die finale Lösung. -
Ihnen geht es besser, als Sie denken.
Sie nehmen es mit allem und jedem auf und fackeln nicht lange, wenn es darauf ankommt. Denn Sie wissen, was zu schützen am wichtigsten ist. LG 
fragmente meinte am 19. Jun, 23:19:
@jings: "anderen geht's viel schlechter" ist natürlich ein Totschlagargument ("Kinder in Afrika!"). Mir ist bewußt, daß mein Bauchnabelkreisen eine lächerliche Komponente besitzt.
Ich habe den Traum aufgeschrieben, weil ich sicher spüre, daß er eine wichtige Wahrheit beinhaltet, die ich noch nicht verstehe. Es freut mich, daß die Kommentatoren denken, ich sei für Schwierigkeiten gerüstet (bzw. es gäbe keine in meinem wohlbehütetem Leben.) Indes, es gibt ein Gefühl von Überforderung und Bedrohung, das einfach nicht weichen will.
Probleme sind ein Stück weit subjektiv. Ein persönliches, subjektives Tagebuch erscheint mir ein angemessener Ort, um darüber zu berichten.

@scarbo: der Hund als Vertrauen, das ist ein gutes Bild. Ich will Vertrauen haben dürfen. 
Jings meinte am 20. Jun, 17:28:
@fragmente: Natürlich sollen sie in ihrem persönlichen Tagebuch schreiben, was Sie empfinden. Das macht es ja so interessant. Ich bin aber halt einer, der spontan schreibt, was ihm dazu einfällt. Und da ich in der letzten Zeit gerade mit einem schweren "Schicksal" in nächster Umgebung (nicht Afrika) konfrontiert war, fiel mir dieser Vergleich ein, den ich aus jetziger Sicht vielleicht doch lieber für mich behalten hätte. Weil es unfair ist, solche Vergleiche anzustellen.

Wenn Sie der Kommentar unangenehm berührt hat, so bitte ich um Vergebung. 
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