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Natürlich stelle ich ihn mir vor: wie er sich auszieht, während ich in meinem weißen Sessel sitze. Wie er sein Schlüsselbein entblößt. Wie meine Hände sein Gesicht erforschen, bis mir nichts mehr fremd ist. Wie sich sein Haar abfühlen, und seine Hände in meinen Haar. Wie wir nebeneinander in meinem Bett liegen, und dann ineinander -

Mir ist das peinlich. Ich bin mir peinlich, weil ich mich nicht im Griff habe, mich verrenne, schon wieder, mich zur Närrin mache, mir einen Ring durch die Nase ziehen lasse, und wenn die Melodie erklingt, dann kann ich nicht anders und muß tanzen, plump.
Ich bin ein Druckkochtopf, so wie meine Mutter einen hatte, Sicomat, ich hatte immer Angst, daß er irgendwann explodiert. Oben entweicht pfeifend Dampf, innendrinn weiche Matsche. Ich glaube, ich explodiere auch bald.
Mir ist das so peinlich, daß ich mich nicht beherrschen kann, sondern beherrscht werde von dieser Mixtur aus Begierde, Sehnsucht, Einsamkeit, Trieb und biologischem Programm. Mein Gehirn wird zur weichen Matsche, und das macht mich wütend, macht mich zur Idiotin, rasend von Wut, Speichel spuckend.

Es ist ein Elend, und ich hasse die Männer, weil sie mich schwach machen, und ich liebe sie, und die Gedanken, die sie in mir wecken. Ich hasse diesen Zustand, und ich liebe ihn, weil er die Welt in kräftigen, leuchtenden Farben zeichnet.
Modeste meinte am 3. Nov, 23:20:
Solange man lebt, ist das wohl einfach so. Und ein Glück, dass es so ist, denn andernfalls würde man aufhören zu suchen und sich der Chance begeben, zu finden und anzukommen. 
Fee am See meinte am 5. Nov, 19:33:
Seien Sie bitte nicht so streng mit sich selbst, Frau Fragmente mit den wunderbaren Worten! Mag sein, dass sich nicht alle von dieser Sehnsucht so heftig erfasst fühlen wie Sie. Ich glaube aber, Sie sind in bester und zahlreicher Gesellschaft...mich übrigens eingeschlossen. Sie erlauben sich dererlei Intensität zu fühlen, ist doch schon was Besonderes in einer Welt, in der sich viele den Anschein geben möglichst unbeeindruckt von den eigenen Höhen und Tiefen zu sein. Ach was wäre das Leben ohne Passionen! 
blogger.de:german psycho meinte am 6. Nov, 16:24:
Ich würde mich ja sehr freuen, wenn ich mich mal wieder so fühlen würde. Ehrlich. Das Gegenteil ist nämlich mal mindestens so beschissen: keine Auf und Abs, lediglich ein unbestimmtes Gefühl, daß man etwas verpaßt, obwohl die Logik sagt, alles sei ganz spitze.

Da wünsche ich mir echt mal wieder so eine Achterbahnfahrt, gerne auch mit Enttäuschung und so. Naja, Sie wissen ja: Die Probleme, die man selbst nicht hat, wirken immer kleiner als die eigenen. Selbst (oder vor allem) dann, wenn man eigentlich keine haben dürfte ;-) 
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