Wir gingen in den Park, um uns die Zeit vor dem Spiel zu vertreiben. Die Industriebrache, zugewuchert und verwunschen, von einer Backsteinmauer vom Park abgetrennt, faszinierte uns sehr. An einer Stelle hatte der Sturm einen alten Baum gefällt, der auf die Backsteinmauer gefallen und eine Lücke gerissen hatte. Trotz meiner feinen Riemchenschuhe mit Absatz war meine Neugier größer. Er reichte mir immer wieder seine Hand, ließ mir Zeit, während ich über den Baumstamm und Bruchstücke der Mauer kletterte, an Brombeerranken vorbei. Wir schlenderten über eine große Betonfläche, durch die erste Gräser brachen, links und rechts verfallene Baracken. Wir waren allein, bis auf ein Eichhörnchen. Allein auf der Welt, magisch, verwunschen, geheimnisvoll, es wäre nicht unmöglich gewesen, die Zeit anzuhalten.
Auf dem Rückweg half er mir, über den beinahe hüfthohen Baumstamm zu klettern. Er zog mich hoch, und als ich auf dem Baumstamm stand, wußte ich nicht mehr, wie ich runterkommen soll. "Komm", sagte er, und ich ließ mich in seine Arme fallen, seine Hand so fest um meine Taille, daß es beinahe weh tat.
Dies war der beste Moment, ein Moment voller Erotik, und in dieser Erotik alles, wonach ich mich in einem Mann sehne.
Dann verflog der Zauber. Mit jedem Schritt kehrte zurück, was uns trennt: der Lebensstil, die Prioritäten, die Vorstellung von Partnerschaft, seine Unsicherheit, meine Zweifel, ein gemeinsames Fehlen von lodernden Flammen. Wir legten uns aufs Bett und schauten das Spiel. Die Nationalelf verlor das Finale, und wir uns.
Auf dem Rückweg half er mir, über den beinahe hüfthohen Baumstamm zu klettern. Er zog mich hoch, und als ich auf dem Baumstamm stand, wußte ich nicht mehr, wie ich runterkommen soll. "Komm", sagte er, und ich ließ mich in seine Arme fallen, seine Hand so fest um meine Taille, daß es beinahe weh tat.
Dies war der beste Moment, ein Moment voller Erotik, und in dieser Erotik alles, wonach ich mich in einem Mann sehne.
Dann verflog der Zauber. Mit jedem Schritt kehrte zurück, was uns trennt: der Lebensstil, die Prioritäten, die Vorstellung von Partnerschaft, seine Unsicherheit, meine Zweifel, ein gemeinsames Fehlen von lodernden Flammen. Wir legten uns aufs Bett und schauten das Spiel. Die Nationalelf verlor das Finale, und wir uns.
fragmente - am 2008-06-30 16:40
Schampar meinte am 30. Jun, 19:57:
schön, am besten sofort abhaken...und weiter warten, kommt Zeit kommt bestimmt auch für Sie passender Rat.
sammelmappe meinte am 30. Jun, 20:12:
Ich würde gerne ein paar tröstende Worte schreiben, bin aber im Trösten eine ebenso große Niete wie beim Umziehen. Also erspare ich Ihnen meine tröstenden Worte und setze auf Ihre unwiderstehliche Fähigkeit immer wieder von vorne anzufangen.
Michael Mayer meinte am 30. Jun, 20:13:
Eine bittere Geschichte mit fast lakonisch klingenden Schlussworten. Trotzdem: schön geschrieben!
Blinkyman antwortete am 2. Jul, 22:50:
Fragmente schreibt immer schön. Auch wenn es manchmal in Verlorenem endet.
Lizzy_V4 meinte am 3. Jul, 09:45:
Sehr geehrte Frau Fragmente, sie sind auch so ein richtiges geisteskrankes Stück Scheiße, mit Ihrem Rosamunde-Pilcher-Schrott, den sie hier zusammenschreiben.Lassen Sie sich doch mal so richtig hart durch fisten, gerne auch im Park. Vielleicht lässt ihr Mitteilungsbedürfnis, sich permanent im Internet zu prostituieren dann nach.
Wen meinen Sie interessiert Ihr schwules Tussi-Leben eigentlich?
Sie und ihre notgeile alte Muschi.
Trieftropfschleim...
fragmente antwortete am 3. Jul, 13:37:
Liebe Lizzy,vielen Dank für Ihre fundierte Kritik.
zu "Rosamunde-Pilcher-Schrott": dies ist einer der wenigen Texte in der Vergangenheitsform. Ich habe die Vergangenheitsform aus zwei Gründen gewählt - zum einen, weil es passend erschien für eine Geschichte, die zuende geht und wohl vobei ist. Zum anderen, weil ich mit dieser an ein Märchen angelehnten Sprache das verwunschene, verzauberte Gefühl konservieren wollte.
Ich bin mir bewußt, daß es sich ein wenig kitschig liest. Das ist zum Teil gewollt, zum anderen bin ich, wie Sie mit ihrem Vergleich zu Rosamunde Pilcher andeuten, tatsächlich keine gute Schreiberin. Aber ich habe etwas zu sagen, deshalb schreibe ich es auf. (Es muß immerhin kein Baum für das Papier gefällt werden.)
Im Gegensatz zu Ihnen bin ich von der Unendlichkeit des Internets überzeugt. Es gibt Platz für Sie und Platz für mich. Generell gilt: wenn es Ihnen hier nicht gefällt, und das ist Ihr gutes Recht, dann lesen Sie doch woanders. Es gibt so viele, schöne Weblogs, thematisch breit gefächert.
Zum Themenkomplex "notgeil": ich bevorzuge den Ausdruck "oversexed and underfucked" und habe nie einen Hel daraus gemacht, daß bei mir eine gewisse Diskrepanz zwischen Bedürfnis und Bedürfnisbefriedigung besteht. In den letzten vier Jahren habe ich mit wechselndem Erfolg verschiedenes versucht, um dieses Zustand zu beheben. Wer hier länger mitliest, weiß: es ist nicht so einfach. Eigentlich genügt allein dieser Text, um das zu erkennen. Leider ist die Wirklichkeit nicht Rosamunde-Pilcher-like, und es gibt kein happy end.
Jings meinte am 3. Jul, 15:11:
Sehr schön, Frau Fragmente, wie souverän Sie auf den kritischen Kommentar von Lizzy_V4 reagiert haben. Ich hätte mich verleiten lassen, heftiger zu reagieren. Aber okay, die Dame scheint größere Probleme zu haben. So, wie sie sich ausgedrückt hat, kann man nicht mal sagen: „Si tacuisses, philosophus manisses“.Sie schreiben gut und interessant. Bleiben Sie bei Ihrem Stil.
Lizzy_V4 antwortete am 5. Jul, 13:43:
mansisses
Si tacuisses, philosophus mansisses…nicht manissesLatein, kann er auch nicht.
Frau Fragmente, sie sind viel zu selbstfixiert. Es ist ein geisteskranker Scheiß hier. Natürlich gibt es kein Happy End – Wo leben sie denn?
Niemand kommt hier lebend raus.
Und sie wollen halt auch einfach nur gefistet werden, wie alle.
Sex mit Liebe – hätten sie wohl gern.
HAHAHhahaHAhaHAh
Seien Sie froh, wenn sie ab und an mal ein fetten Schwanz in der Muschi haben, Sie geile Alte! Damit ihr kleines Spatzenhirn nicht implodiert.
zahnwart meinte am 3. Jul, 18:29:
Verehrte Frau Fragmente, Ihr Text ist schlicht wunderbar. Und hinterlässt einen dicken Kloß in meinem Hals. Wer hat gesagt, Sie könnten nicht schreiben? Sie wissen doch, dass das nicht stimmt.Aber, Lizzy_V4, sind Sie das auch? Ist das irgendein poetologisches Programm, das ich nicht verstehe: sich selbst unter einer fremden Identität beschimpfen? Dass diese Person echt sein soll, das glaube ich einfach nicht. Nein.
rosmarin antwortete am 3. Jul, 22:32:
kloß ... ja.... und soooooooooo schön geschrieben. *who cares about der lizzys dieser welt*
