Diagonale schickte mir gestern über Twitter einen Link zu einem Bild auf Flickr, das eine besonders kunstvolle Bento-Box zeigt. Sakurako Kitsa heißt die Frau, die diese liebevollen Bentos macht. Trotz asiatisch klingendem Namen zeigt das Icon eine junge, blonde, blauäugige Frau, und so wurde ich neugierig, wie sie dazu kommt, Bentos zu machen. Lebt sie in Asien? Ich klickte auf ihr Flickr-Profil, und da stand:
Thank you all for the kind messages of concern and support. My activity is still strictly limited and I will be unable to do anything bento-related for some time.
Unfortunately, our daughter Cécile passed away following a premature delivery on 13 April. Her twin sister Madeleine is still alive, although we anticipate some severe complications with her upcoming birth. We appreciate the outpouring of kindness, thoughts and prayers.
Ich habe dann gegoogelt und ihr Blog gefunden. Zusammenreimen konnte ich mir folgendes: sie hatte bereits als kleines Kind Krebs, weil ihre Familie einem Karzinogen ausgesetzt war. (Ihre Mutter hatte Brustkrebs, beide Brüste wurden amputiert). Der Krebs hat sie wider Erwarten nicht umgebracht, aber die harte Behandlung hat ihre Gesundheit ruiniert. Sie ist als körperbehindert eingestuft und über Medicare versichert. Aufgrund der Strahlenbehandlung galt sie als unfruchtbar, bis sie letzten Winter von ihrem Freund Justin (dem Empfänger der Bentos?) mit Zwillingen schwanger wurde. Cécile, so ist oben zu lesen, wurde zu früh geboren und ist gestorben. Als ich heute morgen wieder in ihr Blog reinschaute, habe ich verstanden, daß etwas später auch Madeleine geboren wurde und gestorben ist, eine Information, die ich gestern noch nicht prozessieren konnte: wie kann einem Menschen so viel Unglück zustoßen?
Im Dämmerlicht auf dem Weg zum Parkplatz habe ich darüber nachgedacht, wann ich das letzte Mal körperliche Schmerzen hatte. Es gibt Menschen, die zählen die schmerzfreien Tage, nicht umgekehrt.
Ich bin dankbar für diesen Körper, der so zuverlässig funktioniert. Ich weiß, daß das keine Selbstverständlichkeit ist.
Thank you all for the kind messages of concern and support. My activity is still strictly limited and I will be unable to do anything bento-related for some time.
Unfortunately, our daughter Cécile passed away following a premature delivery on 13 April. Her twin sister Madeleine is still alive, although we anticipate some severe complications with her upcoming birth. We appreciate the outpouring of kindness, thoughts and prayers.
Ich habe dann gegoogelt und ihr Blog gefunden. Zusammenreimen konnte ich mir folgendes: sie hatte bereits als kleines Kind Krebs, weil ihre Familie einem Karzinogen ausgesetzt war. (Ihre Mutter hatte Brustkrebs, beide Brüste wurden amputiert). Der Krebs hat sie wider Erwarten nicht umgebracht, aber die harte Behandlung hat ihre Gesundheit ruiniert. Sie ist als körperbehindert eingestuft und über Medicare versichert. Aufgrund der Strahlenbehandlung galt sie als unfruchtbar, bis sie letzten Winter von ihrem Freund Justin (dem Empfänger der Bentos?) mit Zwillingen schwanger wurde. Cécile, so ist oben zu lesen, wurde zu früh geboren und ist gestorben. Als ich heute morgen wieder in ihr Blog reinschaute, habe ich verstanden, daß etwas später auch Madeleine geboren wurde und gestorben ist, eine Information, die ich gestern noch nicht prozessieren konnte: wie kann einem Menschen so viel Unglück zustoßen?
Im Dämmerlicht auf dem Weg zum Parkplatz habe ich darüber nachgedacht, wann ich das letzte Mal körperliche Schmerzen hatte. Es gibt Menschen, die zählen die schmerzfreien Tage, nicht umgekehrt.
Ich bin dankbar für diesen Körper, der so zuverlässig funktioniert. Ich weiß, daß das keine Selbstverständlichkeit ist.
fragmente - am 2008-05-28 15:00
timanfaya meinte am 28. Mai, 16:52:
.
sammelmappe meinte am 28. Mai, 20:21:
Schmerzfrei zu sein und sich auf den eigenen Körper verlassen zu können ist ein großes Geschenk. Aber es bewahrt uns leider nicht dafür dass die "blauen Flecken auf der Seele" auch einiges Unbehagen verursachen können.
fragmente antwortete am 28. Mai, 22:42:
das bisschen Liebeskummerdieser Hauch Einsamkeit
ein kleiner Druck, beruflich,
und dann noch mehr Druck, und Druck,
ein klitzekleines Loch, wo Lob sein könnte,
oder Anerkennung.
Ausgepreßt werden wie eine Zitrone, ganz normal.
Was ist das schon, Kleinigkeiten
im Vergleich zu dem Tsunami an Selbstmitleid
der mich hin und wieder überrollt.
kid37 antwortete am 28. Mai, 22:57:
Manchmal darf und muß man relativieren, schon um nicht völlig aus dem Gleis zu geraten. Aber dann wiederum, ich wiederhole mich, ist Schmerz kein Wettbewerb. Es gibt auch das andere Extrem, das eigene Leiden nur noch zu relativieren und als Bagatelle abzutun oder im Philip-Marlow-Modus mit unbewegter Miene abzutun. Man muß für andere und für sich selbst gleichsam empfindsam bleiben.
Kitsa meinte am 30. Jun, 21:40:
:)
I responded on my blog but didn't know if you saw it. If not, here it is again...When I said the word "pathetic", I was making a joke about myself. Sometimes it seems like I'm whining about one tragedy after another, and I'm a little ashamed of that. I didn't mean to disparage what you wrote; I thought it was beautiful.
Thank you so much for reading my blog and for offering further input :)
blogger.de:jammernich meinte am 10. Jul, 11:41:
Ja, da haben Sie recht. Man nimmt das viel zu oft als selbstverständlich hin.
