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nesselsucht

Es ist sehr viel schlimmer geworden. Wenigstens sind es nicht die Masern, sondern eindeutig Nesselsucht als allergische Reaktion auf das Antibiotikum. Ich nehme jetzt ein anderes, hoffe, daß ich es vertrage und hoffe weiterhin, daß der Höhepunkt der allergischen Reaktion bald erreicht ist. Das Gesicht ist komplett zugeschwollen, ich habe Lippen wie Daisy Duck und sogar die Ohrmuscheln und Augenlider sind betroffen. Die Quaddeln sind mehr oder weniger überall, auch an so ungünstigen Stellen wie am Venushügel, aber so genau wollen Sie's sicher nicht wissen.
Ich hatte heute aber auch ein Quentchen Glück. Mein Glück trug einen grünen OP-Anzug, ist die Vertretung von Dr. Zorn, heißt Dr. Matuschek (gab es da nicht mal eine Krimiserie) und hat mich nicht aufgeschnippelt. Stattdessen hat er sich kurz, aber gründlich mit mir unterhalten und ich fühle mich schon viel besser informiert. Er schätzt die Lage ernster ein als Dr. Zorn und hat mir strengste Bettruhe verordnet, weil das Bein nicht belastet werden soll. Er unterstützt mich in meinem Wunsch, um eine Operation herum zu kommen, meint aber auch, falls es schlimmer wird: Notarzt rufen, Krankenhaus, nicht zögern. Insgesamt habe ich den Eindruck, daß er mich viel gründlicher untersucht hat und nicht Pi mal Daumen, sondern mit mehr Sachlichkeit behandelt.
Eine Kollegin hat mir eine Heilpraktikerin empfohlen und ich habe mir - trotz Skepsis - einen Termin für Donnerstag geben lassen. Ich hoffe, daß ich von ihr einen guten Rat zum Thema "Operation oder nicht" bekommen werde. Von diesen Globuli und homöopatischen Mitteln bin ich nicht so überzeugt, aber mich dürstet nach einer fundierten Diagnose.

Für die Genesungswünsche bedanke ich mich sehr herzlich!
schnatterliese meinte am 25. Jan, 20:14:
gucken sie mal bei frau christerl. die hat da eine prima sache gefunden. ab heute wird es besser! ist wissenschaftlich bewiesen, fundiert, untermauert, all so was! 
brigitte meinte am 25. Jan, 21:44:
matula. der war von beruf aber draufgängerischer privatdetektiv.

gute besserung! 
Muh-Tiger meinte am 26. Jan, 00:23:
Ui
Eine Rolle in Star Trek (Teil 7) ist ihnen mit den Outfit sicher.

Gegen Juckreiz und Quaddeln hilft angeblich kalter Quark. Ich weiß, ist nicht wirklich hilfreich wenn der ganze Körper befallen ist. Aber so für die wichtigsten Stellen (Augen, Ohren Venushügel *hüstel*) sollte es mal auf die Schnelle etwas Linderung bringen.

Nebenbei erwähnt, der Besuch bei einer Heilpraktikerin / Heilpraktiker ist im Fall von Antibiotikaüberempfindlichkeit sehr anzuraten. Bei einem Schulmedeziner bekommen sie nur das nächste Antibiotikum. Das artet dann in Try&Error aus.
Heilpraktiker tendieren dann eher zu Naturheilmitteln, welche erfahrungsgemäß besser verträglich sind. Und so schlecht sind die nicht, kann ich aus eigener Erfahrung zumindest mal so sagen. 
marie__ meinte am 26. Jan, 12:58:
Oh menno,
krasse Optik....ich hoffe für Dich, es juckt nicht...
Gute Besserung! 
luise meinte am 26. Jan, 23:03:
Ich drücke die Daumen,
dass dir die OP erspart bleibt und der Juckpelz sich rasch verflüchtigt. 
kid37 meinte am 26. Jan, 23:23:
Holla. Sie sehen... irgendwie ungesund aus. Deshalb stehe ich ja mehr auf rausoperieren, radikale Schnitte. Aber nun gut.

Weiterhin gute Besserung (Heilpraktiker ist bestimmt besser als diese AB-Bomben). 
Modeste meinte am 27. Jan, 00:15:
Als ein großer Fan des Alles-muss-raus muss ich in diesem speziellen Fall der Radikallösung doch energisch widersprechen - Rausoperieren gibt bestimmt ganz schreckliche Narben. Und vor Heilpraktikern kann ich immer wieder nur warnen - ich habe da einschlägige gar fürchterliche Erfahrungen, die ich gerne zum besten gebe, um ahnungslosen Lämmern den Opfergang zum Heilpfuscher zu ersparen. - Im Zusammenhang mit Heilbehandlungen fällt mir übrigens noch ein, dass der von mir bei einer Bronchitis aufgesuchte Arzt vor Beginn der Untersuchung ganz geschäftsmäßig fragte, ob ich Drogen nehme. Und wenn ja: Was. Hat Dr. Zorn das auch gefragt, oder ist das mein persönliches Problem? 
kid37 antwortete am 27. Jan, 19:23:
Keine Ratschläge - keine Panikmache ;-)
Was soll das für Narben geben? Da wird ein Schnitt gemacht, um die Vereiterung rauszuholen. Nach meiner laienhaften Ferndiagnose (Ich habe nur während des Studiums mal zwei Jahre in der Pathologie gearbeitet, da kam es auf Narben jetzt nicht so wirklich an) ist das natürlich schmerzhaft (deshalb die Narkose), aber doch wohl keine wirklich große Sache.

Aber wenn wir hier von "schröcklichen Narben" und Warnungen durch Pfuschereien reden, steuere ich gerne ein paar makabre Anekdoten bei. (Gestern hielt ich mich nämlich noch zurück, da wollte ich fragen, wer sich an den Film "Wie ein Schrei im Wind" mit Rita Tushingham erinnern kann...) 
fragmente antwortete am 27. Jan, 20:17:
@ Kid: Sie wissen also, was das richtige für mich ist?

@ Modeste: nein, nach Drogen werde ich nicht gefragt, aber ALLE nehmen an, daß ich die Pille nehme. Die Hausärztin glaubt immer, ich bräuchte eine Überweisung zum Gyn, um mir ein neues Pillenrezept ausstellen zu lassen. Die Apotheker weisen mich ungefragt darauf hin, daß ich doch bei Antibiotika-bedingtem Durchfall zusätzlich verhüten solle, da die Pille dann nicht mehr wirkt. Ist das jetzt schmeichelhaft, daß alle annehmen, ich hätte regelmäßig Sex? Selbst mit diesem Ausschlag? 
kid37 antwortete am 31. Jan, 01:28:
Ich maße mir da nichts an, und Sie scheinen mittlerweile ja in kompetenten Händen zu sein. Ich bin halt der Meinung, lieber einen Schnitt machen, als wochenlanges, blutvergiftendes Rumeitern in Kauf zu nehmen. Meine letzte ambulante OP verlief da sehr gut, da habe ich auch keine Scheu.

Als Frau sieht man das mit dem Thema Narben vielleicht anders - ich persönlich finde Narben (bei anderen) ja ganz interessant. Und an das Bein würde ich einen Heilpraktiker nicht mehr heranlassen. Gehen Sie nach Ihrem Bauchgefühl, das ist meistens das beste. 
fragmente antwortete am 31. Jan, 09:58:
Werter Kid,

ich gebe zu, daß ich Ihnen möglicherweise Unrecht getan habe. Wie Sie wissen (vielleicht sogar aus eigener Erfahrung?) sind Blogger manchmal/ oft sehr dünnhäutig und gehen beim kleinsten Pieks gleich in die Luft. Mir ist das kürzlich sogar mit meiner Mutter passiert, die mir höchstbesorgt Ratschläge bezüglich des Beines gab - ebenfalls eine Ferndiagnose, aus 500 km Entfernung, und dann mit den Worten schloß, ich solle tun, was ich für richtig halte. Das hat mich so aufgeregt, daß ich mich nicht in der Lage sah, länger mit ihr zu telefonieren, und mit den Worten "ich möchte jetzt auflegen", aufgelegt habe. Es trifft mich umso mehr, wenn mir diejenigen Ratschläge geben, die mir nahe genug stehen, um zu wissen, wie sehr ich das hasse. Gleichzeitig verstehe ich, daß diejenigen, die mir nahe stehen, ganz besonders besorgt sind, und sich diese Besorgnis eben darin äußert, mir Tipps/ Ratschläge/ Ideen zu geben.
Ich jammere gerne, wenn ich meine Eltern anrufe, ich jammere durchaus auch in diesem Blog. Ich muß mir Luft machen und ein wenig Trost würde ich begrüßen. Doch im Grunde bin ich recht kompetent, wenn es darum geht, meine Probleme zu lösen. Ich lebe allein, ich habe genug Training :-)
Haben Sie Vertrauen in mich.

(Und für den leicht zickigen Kommentar möchte ich mich in aller Form bei Ihnen entschuldigen.) 
kid37 antwortete am 1. Feb, 20:12:
Kein Problem, es ist ja nicht so, als hätte jemals eine Frau auf mich gehört ;-)

Ich schrieb ja ursprünglich "Keine Ratschläge, keine Panikmache" und fabulierte etwas Allgemeines zum Thema. Auch in meinem zweiten Kommentar kann ich eigentlich keinen Rat an Sie entdecken - ich sagte nur, was ICH machen würde. Nicht einmal an Ihrer Stelle, an meiner Stelle. Sie kennen eben den von mir genannten Film nicht, was für Ihr Seelenheil gut, für eine ergreifende emotionale und cinegrafische Erfahrung aber schade ist. Von den medizinischen Parallelen jetzt einmal abgesehen.

Als Ex-Pathologe, wenn ich so sagen darf, verfolge ich diese Geschichte mit zurücklehnendem, durchaus aber anteilnehmendem Interesse. Ich will auch nicht besserwisserisch erscheinen, denn wie damals im Klinikum über der Kühlkammer stand: "Der Pathologe weiß alles - aber zu spät."

(Spaß beiseite: Ich hoffe, Ihrem Bein geht es langsam mal besser!) 
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