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Als erstes liest Anke Gröner einen ernsten, düsteren Text ("Salzkartoffeln") mit weihnachtlichem Thema. Aus zwei Gründen ist dieser Text keine gute Wahl: erstens wird dem Publikum gleich zu Anfang ein harter Brocken hingeworfen, zweiten sind ernste Texte sehr schwer zu lesen; es braucht viel Übung, um die Nachdenklichkeit und Stimmung zu vermitteln. Anke Gröner schreibt gut, sie schreibt sogar sehr, sehr gut. Später wird sie noch einen zweiten, humorvollen Text über eine anstrengende Frau im Supermarkt ("Eisente") lesen, ich werde lachen müssen. Sie liest "...jede einzelne Limette...", betont die Wörter genau richtig, trifft genau die richtige Stimmlage, bringt die Atmosphäre gut rüber. Warum nur hat sie es sich und uns so schwer gemacht mit diesem ersten Text?
Als nächstes liest Frank Lachmann, hier stimmt alles. Er liest seine Texte mit genau derselben ironischen Distanz, die sich auch in geschriebener Form spüren läßt. Er ist großartig, jetzt beginnt die Lesung zu funktionieren, ich lasse von meinem Glas ab und freue mich.
Andrea Diener kann ich nicht gerecht werden. Ich lese ihre Texte so gut wie nicht, sie schreibt sicherlich gut, es ist nur ganz einfach nicht mein Geschmack. Sie liest sie auch passabel, aber wie gesagt, mein Ding ist es nicht.
Emily schreibt schöne, lustige Texte, aber zum Vorlesen eignen sie sich nicht.
Genau andersherum ist es bei Herrn Shhh von der Freakshow: die Texte wirken in geschriebener Form nicht so gut, aber wenn er sie vorliest, werden sie lebendig. Er liest sehr gekonnt, fast professionell, man fühlt sich gut unterhalten.

Die Moderation wirkte etwas konfus, es wurde viel geredet, aber die Aussage ist mir entgangen. Gab es ein Konzept? Gab es einen roten Faden?
Dennoch: egal, ob man Don Alphonso mag oder nicht, es ist immer eine Show. Und egal, ob man die Show mag oder nicht, 6 Euro ist das alle Mal wert.

Fazit: das Potential wurde nicht gänzlich ausgeschöpft, aber es war nichtsdestotrotz ein guter Abend.
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Es ist wie ein chemisches Prozeß, ein Kristallisationskeim, und drumherum sammelt sich alles. In der Mitte steht diese starke und energiegeladene Frau, die sehr wohl auch eine verletzliche Seite hat, aber nicht heute. Zunächst bin ich mit ihr und einem Long Island Ice Tea alleine, dann kommen zwei weitere spannende Menschen dazu. Im Roten Salon und bei Gin Tonic besetzen wir einen Tisch in der hintersten Reihe, ich fühle mich an die Schulzeit erinnert, letzte Reihe, hier wird gestänkert und gelobt und gelebt und geliebt. Zack - schon haben wir uns um ein Luder und einen Engel vermehrt, noch einen Gin Tonic, bitte. Als der Schmuddelblogger kommt, ist es schon fast vorbei, oder fängt es jetzt erst an? Noch einen Gin Tonic, bitte.
Ich frage Don Dahlmann, kennst du mich noch? und er lügt, ja klar. Ich frage Frank Lachmann, kennst du mich noch? und er sagt, ja klar, und lügt nicht.
"Kann ich noch was trinken?" frage ich den Barkeeper, und er sagt "nein! auf keinen Fall!" und schmeißt uns raus. Der Pulk um den Kristallisationskeim, die Frau, die auch nach Stunden nichts von ihrem Verve verloren hat, geht in ein anderes Lokal, einen Gin Tonic bitte. Sie spielen "Take Five" und Nina Simone und ich bin froh und gelöst und gelassen und genieße das Leben.
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Während ich noch überlege, ob die S-Bahn noch fährt und wo die Nachtbus-Haltestelle ist, sagt Fry zu mir, er würde sich gerne ein Taxi nehmen. Damit er mit mir auf der Rückbank knutschen kann.

Das rührt mich dann doch.
DonDahlmann meinte am 27. Okt, 14:36:
1. Hör doch mal bitte auf mir in Deinem Blog und im real life gegenüber anderen immer wieder zu unterstellen, dass ich Dich nicht leiden könne. Ich kenn Dich nicht. Du hast Dich im letzten Jahr bei einem Essen mit der Stattkatze, Isore und Frank mehr oder weniger selbst eingeladen. Da haben wir uns gesehen. Mehr nicht. Ich für meinen Fall schließe aus einem Abend keine Rückschlüsse und lügen muss ich nicht.

2. Ja, es ist Dein gutes Recht nachdem Du sechs Euro Eintritt bezahlt hast, Deine Meinung zu äußern. Nein, respektvoll finde ich das nicht, das es sich hier (teilweise) nicht um professionelle Schreiber handelt, sondern um Leute, die Spaß am Schreiben haben und mehr nicht.
Setz Dich erst mal selber - nein schreib erst mal selber Texte, die Du auf einer Bühne lesen würdest, anstatt Leuten zu sagen, sie würden sich nicht zum vorlesen eignen. 
starlike antwortete am 27. Okt, 16:04:
locker...
ich finde das gute an blogs ist, das jeder seine meinung in seiner art schreiben. meiner meinung nach wird es am interessantesten, wenn ein blog zu einer art show wird, dem gierigen publikum wird mit jedem eintrag eine neue episode geboten.

dondahlmann: das interressante ist doch, auf deiner seite zu gucken, wie du das ganze empfunden hast, anstatt ein gestänker hier zu lesen.
zu dieser sache steht nichts in deinem blog, also sollte es doch wertlos für dich sein?! scheint es aber nicht.

starlike
vom starchild.twoday.net 
kid37 antwortete am 27. Okt, 16:19:
Phhh, aber, aber gemach, Herr Dahlmann. Vielleicht laborieren Sie noch an der schweren Männererkältung, da ist man(n) natürlich empfindlich.

Ich war leider nicht vor Ort, zu gerne hätte ich die Lesung gehört. Aber in der Kritik hier kann ich nichts Bösartiges oder Gehässiges finden. Ich lese hier eine recht sachliche Bestandsaufname einer Anwesenden.
Wer auf eine Bühne geht - ob Profi oder nicht - stellt sich einem Publikum. Wer nur Applaus erwartet, sollte besser das Publikum bezahlen, nicht umgekehrt.

Ich bin auch schon ab und an ausgebuht worden. Das ist nicht schön, denn ich bin etwas eigen und werde lieber gelobt als kritisiert. Aber gemessen an dem Neid und all der Missgunst, die "Blogs!" allüberall im Bloggerland begegnet, kann man doch hier von "Buh" nicht sprechen.
Im Gegenteil: Sie (sie alle) haben eine interessierte Zuhörerin gehabt. Das ist doch toll.

Das Argument "Mach's doch erstmal besser!" ist immer das hilfloseste und kraftloseste, das man einem Kritiker entgegnen kann.
Aber das wissen Sie ja. 
zeitgenossen antwortete am 27. Okt, 16:24:
Ich lade mich auch
immer selbst zum Essen ein. Die besten Menschen das. 
Mudhenn antwortete am 27. Okt, 16:44:
wie unentspannt
1. der untergriff mit dem "selbst eingeladen" tat nicht not, finde ich. sowas hinterlässt einen faden beigeschmack und oftmals hat es sich nur um feigheit der leute gehandelt, die lieber unter sich geblieben wären und nix gesagt haben (oder um das beleidigtsein von leuten, denen nicht von allen teilnehmern genug gebauchpinselt wurde)
2. seit wann können denn nur kühe den geschmack von milch beurteilen? (wenn wir schon alte phrasen verkloppen wollen).
jemand verkauft etwas, jemand kauft etwas und sagt seine meinung dazu. lernen sie doch mal was über feedback! dazu kommt, das es ein konstruktiver beitrag war, wenn mir mal andere semmeln anschaue, da gehts destruktiver zu.

so, nu hab ich mich genug geärgert. 
DonDahlmann antwortete am 27. Okt, 17:00:
2. seit wann können denn nur kühe den geschmack von milch beurteilen?

Sie glauben gar nicht, wie sehr mich dieser Satz amüsiert.

Es tut auch nicht Not, wenn man Dinge über Menschen rumerzählt, die nicht wahr sind. Und dies immer wiederholt und öffentlich.

Kritik, oder nicht Kritik. Ich streite ja das Recht nicht ab. Ich finde die Art und Weise etwas bräsig. Aber wie das ja so ist: Wenn man etwas schreibt und veröffentlicht, dann muss man auch damit rechnen dass anderen nicht gefällt. 
fragmente meinte am 27. Okt, 20:02:
Auf der Tür vom Damenklo des Roten Salons steht:

"these are just words
but not the truth"
 
stattkatze antwortete am 27. Okt, 20:56:
frau f.,

niemand, der an diesem abend vor einem jahr bei mir eingeladen war, könnte sie je vergessen, glauben sie mir. den langen schönen text, den ich eben darüber verfasst habe, warum das so ist, schenke ich mir. da ist er besser aufgehoben, denke ich.

ich wünschte für sie, sie würden nicht auf einem weg um aufmerksamkeit ringen müssen, der andere so sehr unangenehm berührt. aber da dies ihr persönlicher weißraum ist, ist es wohl auch ihre persönliche angelegenheit. befremdlich bleibt es. und unhöflich auch. denn gastfreundschaft sollte auf gegenseitigkeit beruhen. nicht auf persönlichen, aber öffentlichen unterstellungen einem meiner gäste und freunde gegenüber. auch nicht in diesem ihrem zuhause.

da sie (laut kommentarfeld) keine ratschläge wünschen, gebe ich keine. es würde vermutlich auch nichts nützen. dies ist lediglich ein kommentar. ein sehr zorniger. und etwas mitleidiger. nicht mehr. 
miss.understood antwortete am 28. Okt, 21:43:
frau f.
lädt sich selbst zu parties ein und sorgt dann noch dafür, dass keiner der gäste dort sie jemals wieder vergessen könnte ? what a hell of a girl !! mehr braucht man eigentlich gar nicht wissen. ich kann dich gut leiden.

und ein blog mag ich auch. sehr lehrreich. ich meine, wer hätte vermutet, dass herr dahlmann so zart besaitet ist ? obwohl, die unterstellung war schon sehr infam. verstehe ich gut, dass da auch sein umfeld sehr betroffen ist. 
Der wahre Elmore meinte am 27. Okt, 23:26:
Ratschlag
Das Wort "nichtsdestotrotz" würde ich vermeiden, das gibt es nicht. Lesen Sie alle Details auf http://hardboiledwonderland.blogger.de
Nein, nichts zu danken, wirklich nicht. 
engl antwortete am 28. Okt, 00:05:
letzteres erschließt sich mir nicht. wie so manches heute, hier. 
miss.understood antwortete am 28. Okt, 21:38:
das ist so eine art extremsportart unter bloggern.
wie oft schaffe ich in anderer leute blogs zu meinem eigenen blog zu verlinken ?

selbstverlinker sind peinlich. besserwisser auch. nichtszudanken-sager auch.

(oje. das wort nichtszudanken-sager gibts vermutlich gar nicht.) 
engl antwortete am 28. Okt, 23:17:
himmel, was für einen unsinn blogger so treiben. wie gut, daß ich damit nix zu tun habe. ;-)
(nachtrag: mir scheint es gibt schlicht und einfach alle worte, die man eben schreibt.) 
Anke5 meinte am 28. Okt, 14:00:
Ha!
Und ich sag noch zum Don, lass mich den iBook-Text aus dem Buch lesen, und er sagt, nee, lies die Salzkartoffeln, der iBook-Text ist zu selbstreferenziell, und ich sag noch, aber sollten wir nicht lieber lustige Texte lesen anstatt sowas Schwermütiges, und er sagt, nee, das geht doch auch, gute Mischung, lies den ruhig.

Jajaja. Danke für den Kommentar. Hab ich doch recht gehabt :-) 
engraver antwortete am 28. Okt, 14:12:
chapeau
frau anke 
fragmente antwortete am 28. Okt, 14:35:
Schade. Ich liebe den iBook Text ("seit einer halben Stunde küßt sie meine weiße Oberfläche...und nein, ich will KEINEN KEKS").

Vielleicht bei der nächsten Lesung? 
rolf langhoff meinte am 28. Okt, 21:41:
wie real ist das eigentlich
etwas abgehetzt von einem Termin, wo es nur um Zahlen und natürlich IT ging bin ich in den Roten Salon gekommen. War schwer beeindruckt von den vorlesenden Bloggern und den Texten. Mit IT kann man also auch ganz andere Sachen machen; z. Bsp. direkt austesten wie die eigenen Texte, egal ob Satire, Drama oder egozentrierte Volkswirtschaftslehre ankommen.
Mußte mit der schönen Aussicht auf einen früh beginnenden Arbeitstag (ja Zahlen und IT) auf die Zugabe an der Bar verzichten.
Aber die Schreibwelle der Interpretationen und Befindlichkeiten quer durch die bloggs zu diesem großen Ergeignis am Rosa Luxemburgplatz toppt den Abend. Hab ein bischen den Eindruck in einer "unendlichen Geschichte" gelandet zu sein. Die Personen kommen aus den Büchern; aber sie quetschen sich anschließend wieder rein.
Soll mir nochmal wer erzählen im Internet wären nur Computerfreaks unterwegs! 
kdany meinte am 29. Okt, 13:57:
siehe auch den bericht in:
http://morgenpost.berlin1.de/archiv2004/041028/feuilleton/story712423.html 
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