2004 hab ich geheult. 2005 wäre ich Heiligabend fast wieder abgereist.
Im Jahr 2006 habe ich viel nachgedacht. Ich bin zu dem Schluß gekommen, daß es mir in meinem Selbstverständnis als Tochter wichtig ist, Weihnachten mit meinen Eltern zu verbringen. Gleichzeitig ist mir klar, daß sie und ich ein sehr unterschiedliches Verständnis von Weihnachten haben (ich bin hierbei die traditionellere). Weihnachten bei meinen Eltern wird für mich nie schön sein, damit habe ich mich abgefunden.
Insofern gab es eigentlich einen guten Start ins Weihnachtsfest 2006: ich hatte den Vorsatz, mit allem einverstanden zu sein, keine Erwartungen zu haben und auch mal zurückzustecken. Lektionen in Demut nannte einmal ein Künstler, den ich musikalisch allerdings eher nicht so schätze, sein Album. In der Praxis ist Demut schwieriger als in der Theorie.
Als ich zehn war und von den Freuden der Sexualität noch nichts wußte, wollte ich Nonne werden. Manchmal denke ich, mein Wunsch wurde erhört. Ich lebe so gut wie zölibatär, arbeite für kaum mehr als einen Gotteslohn und kann im Hause meiner Eltern üben, wie denn das Klosterleben so wäre. Meine Mutter kocht auch so ungefähr. An Heiligabend gab es Raclette. Aber ohne Kartoffeln (zu viele Kalorien?). Mal ganz ehrlich: mir schmeckt das Essen meiner Mutter nicht. Ein freundliches Gesicht zu machen, während ich innerlich der Weihnachtsgans nachtrauerte, die es im Hause meiner Eltern sowieso nie geben wird, das war eine harte Lektion.
Die wahre Schwierigkeit besteht - vielleicht vor allem für mich als Alleinlebende - darin, sich einzufügen in einen Tagesablauf, den man nicht selbst bestimmen kann. Klar könnte ich sagen: hört zu, jetzt will ich mal zwei Stunden fernsehen. Höflich wäre es nicht. Am Vierundzwanzigsten ist meine Mutter ohnehin zum Zerreissen gespannt, aufgeblasen wie ein Luftballon: ein falsches Wort, und es gibt eine Explosion. Also kein falsches Wort. Ich verzichte aufs fernsehen und auch aufs lesen, halte mich stattdessen an Bedienungsanleitungen und installiere für meine Eltern Kamerasoftware, einen Internetzugang und ein Navigationsgerät. Abends singt mein Vater in der Mitternachtsmesse. Die Musik ist schön, aber die Predigt kann ich nur aushalten, indem ich langsam von 100 rückwärts runterzähle.
Unter den Christbaum hat mein Vater seiner fetten Tochter eine Jahresmitgliedschaft für einen Fitnessclub gelegt. Ich heule nicht, ich laufe nicht davon, das ist schon mal ein Fortschritt. Später frage ich Ruth am Telefon, wieso mir das so weh getan hat. Weil Kinder wollen, daß ihre Eltern sie ohne Einschränkung lieben meint Ruth. Unconditional love.
Ich weiß nicht, ob das die Antwort ist. Jedenfalls habe ich es überstanden, und rückblickend verblassen die Schmerzen und Mühen. Wenn ich mir einen Ratschlag geben würden, dann den: stell dich nicht so an.
Im Jahr 2006 habe ich viel nachgedacht. Ich bin zu dem Schluß gekommen, daß es mir in meinem Selbstverständnis als Tochter wichtig ist, Weihnachten mit meinen Eltern zu verbringen. Gleichzeitig ist mir klar, daß sie und ich ein sehr unterschiedliches Verständnis von Weihnachten haben (ich bin hierbei die traditionellere). Weihnachten bei meinen Eltern wird für mich nie schön sein, damit habe ich mich abgefunden.
Insofern gab es eigentlich einen guten Start ins Weihnachtsfest 2006: ich hatte den Vorsatz, mit allem einverstanden zu sein, keine Erwartungen zu haben und auch mal zurückzustecken. Lektionen in Demut nannte einmal ein Künstler, den ich musikalisch allerdings eher nicht so schätze, sein Album. In der Praxis ist Demut schwieriger als in der Theorie.
Als ich zehn war und von den Freuden der Sexualität noch nichts wußte, wollte ich Nonne werden. Manchmal denke ich, mein Wunsch wurde erhört. Ich lebe so gut wie zölibatär, arbeite für kaum mehr als einen Gotteslohn und kann im Hause meiner Eltern üben, wie denn das Klosterleben so wäre. Meine Mutter kocht auch so ungefähr. An Heiligabend gab es Raclette. Aber ohne Kartoffeln (zu viele Kalorien?). Mal ganz ehrlich: mir schmeckt das Essen meiner Mutter nicht. Ein freundliches Gesicht zu machen, während ich innerlich der Weihnachtsgans nachtrauerte, die es im Hause meiner Eltern sowieso nie geben wird, das war eine harte Lektion.
Die wahre Schwierigkeit besteht - vielleicht vor allem für mich als Alleinlebende - darin, sich einzufügen in einen Tagesablauf, den man nicht selbst bestimmen kann. Klar könnte ich sagen: hört zu, jetzt will ich mal zwei Stunden fernsehen. Höflich wäre es nicht. Am Vierundzwanzigsten ist meine Mutter ohnehin zum Zerreissen gespannt, aufgeblasen wie ein Luftballon: ein falsches Wort, und es gibt eine Explosion. Also kein falsches Wort. Ich verzichte aufs fernsehen und auch aufs lesen, halte mich stattdessen an Bedienungsanleitungen und installiere für meine Eltern Kamerasoftware, einen Internetzugang und ein Navigationsgerät. Abends singt mein Vater in der Mitternachtsmesse. Die Musik ist schön, aber die Predigt kann ich nur aushalten, indem ich langsam von 100 rückwärts runterzähle.
Unter den Christbaum hat mein Vater seiner fetten Tochter eine Jahresmitgliedschaft für einen Fitnessclub gelegt. Ich heule nicht, ich laufe nicht davon, das ist schon mal ein Fortschritt. Später frage ich Ruth am Telefon, wieso mir das so weh getan hat. Weil Kinder wollen, daß ihre Eltern sie ohne Einschränkung lieben meint Ruth. Unconditional love.
Ich weiß nicht, ob das die Antwort ist. Jedenfalls habe ich es überstanden, und rückblickend verblassen die Schmerzen und Mühen. Wenn ich mir einen Ratschlag geben würden, dann den: stell dich nicht so an.
fragmente - am 2006-12-30 17:06 - Rubrik: Weihnachten!
fragmente meinte am 30. Dez, 18:21:
Vor allem am Tag meiner Ankunft (22.ten) war es übrigens schön und wir hatten sehr gute Gespräche. Nur mal so als Notiz an mich selbst, wenn ich mich auf Weihnachten 2007 vorbereite und hier nochmal nachlese, was denn 2006 so los war.
hmw meinte am 30. Dez, 22:35:
Werthe Frau Fragmente,ich weiss nicht, ob ich Sie bewundere ob Ihres umgesetzten Vorsatzes Weihnachten fuer Ihre Eltern da zu sein oder ob ich Sie deswegen bedauere.
Mein Weihnachten war gewiss auch nicht fuer jeden geeignet. Ich habe mich fuer das Alleinsein entschieden. Niemand, an den ich mich anpassen musste, kein Zwang zum small talk. Egoistisch? Vielleicht. Aus diesem Blickwinkel ueberwiegt das Bedauern.
Jings meinte am 30. Dez, 23:38:
Ich habe großen Respekt davor, dass du für deine Eltern an Weihnachten soviel Zeit aufbringst. Ich „Rabensohn“ schätze und liebe meine Eltern zwar auch sehr, habe aber seit dem 23. Lebensjahr immer nur drei oder vier Stunden am 1. Weihnachtsfeiertag im Elternhaus verbracht. Das war/ist dann auch für alle interessant und kein Stress.
artemixx meinte am 31. Dez, 00:00:
Es gibt Geschenke, die lassen sich nicht in Glitzerpapier verpacken und unter den Weihnachtsbaum legen. Manchmal werden sie aber trotz ihrer Unsichtbarkeit erkannt und leise honoriert, werden so zu einem Klang, der in diesen Tagen mitschwingt und die Stimmung positiv beeinflusst. Oft jedoch bleiben sie unentdeckt... Wenn ich heute solche Geschenke mache, dann mache ich sie aus Liebe - auch aus einer egoistischen Liebe zu mir: ICH will Frieden, keinen Streit. Wenn ich dafür mehr geben muss als die anderen, so ist es mir die Anstrengung wert. So etwas heute zu können, das macht mich glücklich. Früher hätte ich das nicht gekonnt, darum bin ich auch froh, so alt zu sein, wie ich nun mal bin.
Liebe Frau Fragmente: vielleicht scheint es, als haben Ihre Eltern Ihr Geschenk an sie nicht richtg gesehen, aber ich glaube das nicht: manchmal kann man unter den nächsten Angehörigen das Nächstliegende nicht in Worte fassen... und ein "Verstehen", das ist bei uns so selten geworden, dass ich manchmal das Gefühl habe, von Aliens abzustammen. Aber wem soll ich das übel nehmen? Ich bin einfach nur ratlos im besten Fall und traurig im schlimmsten und liebe tapfer weiter.
Alles Gute für das neue Jahr!
Kai30 meinte am 31. Dez, 11:35:
Kein Ratschlag, sondern eine Einladung: Verbringen Sie doch mal Weihnachten in einem kleinen Dorf in der Sächsischen Schweiz. Da gibt es Mittags frische Forelle, abends ganz klassisch Würstchen mit Kartoffelsalat und am 25.12. lecker Ente. Und meine Mutter kann sehr gut kochen, was man meinen Eltern + Geschwistern (die auch gut kochen können) auch ansieht :-) Es ist übrigens üblich, daß übers Jahr recht viel Besuch für ein paar Tage vorbeikommt, teilweise auch von uns Kindern eingeladen.Jedoch: Ihren Tagesablauf müßten Sie zum Teil auch dort anpassen. Essenszeiten stehen fest, beim Essen kochen/Tischdecken/-abräumen kann, aber muß nicht geholfen werden, der Hund wird nicht am Tisch gefüttert, darf aber Bellen, es gibt feste Sitzplätze (auch auf der Couch). Ansonsten ist es (fast) egal, was Sie machen würden. Wenn meine Geschwister oder ich zu Besuch sind, machen wir es genauso.
Und warum ist es schlimm, ein Jahresabo für einen Fitnessclub zu bekommen? Auch fette Töchter können fit sein :-) Vielleicht hat Ihr Vater auch nur Angst, bei einer dicken Tochter nie Enkel mangels Erzeuger zu bekommen?
edegaru meinte am 31. Dez, 12:15:
wie
gerne würde ich Weihnachten mit meinen Eltern verbringen. Ich habe keine Eltern mehr und wie immer im Leben wird man sich mancher Dinge bewusst, wenn sie nicht mehr da sind. Ich vermisse Weihnachten mit meinen Eltern, das können sie mir glauben. Deshalb, auch wenn es weh tut oder zu einer Pflichtübung verkommen ist, geniessen sie es , solange dazu Gelegenheit ist.
nacktmulch meinte am 31. Dez, 12:49:
Bananen
Ach, Frau Fragmente, deine Eltern meinen es doch gut mit dir. Dass dies leider auch genau das Gegenteil von Dir gut tun bedeutet, werden sie - wie alle Eltern - nie begreifen. Ich jedenfalls werde Weihnachten regelmäßig gefragt, ob ich nicht eine Banane möchte - obwohl ich die schon als Kind und auch in jeder Minute meines Lebens seither nicht gemocht habe. Mit ähnlichen Dingen geht es dann über die Feiertage, und am Ende frage ich mich immer, ob meine Eltern überhaupt noch mitkriegen, welches ihrer ohnehin numerisch nicht weit über 1 hinausgehenden Kinder sie gerade vor sich haben. Hauptsache, das Weihnachtsprogramm kann ohne große Zwischenfälle abgespult werden. Na dann: Happy New Year!
Modeste meinte am 31. Dez, 14:20:
Eine Fitnessclubmitgliedschaft hätte meine Mutter auch unter den Baum legen können (ging aber nicht, war nicht da). Es muss verdammt schwer sein, sich damit abzufinden, dass die jeweilige Tochter nicht the most beautiful tochter of the world ist.
tradem meinte am 31. Dez, 18:56:
Unconditional love. Ich finde der Gedanke den Ihre hochgeschätze Freundin Ruth mit ihnen teilte ist sehr einleuchtend. Allzuoft scheinen Eltern dazu zu neigen in die ihre Kinder Bilder zu projezieren, die unverfülbaren Wünschen gleichen, die vergänglich und beinahe mythologisch sind. Wann beginnen wir endlich Kinder zur Werdung des Indivuums zu begleiten, statt sie darin zu behindern? Und ist Strenge in jedem Falle in der Erziehung verkehrt?Vielen Dank, dass Sie mich an Ihren Gedanken u n d Gefühlen so offen haben teilhaben lassen. Ich denke Sie sprechen hier ein weit tiefersitzendes Problem der Pyschologie in Familien an, als das oberflächlich betrachtet ersichtlich wäre.
Logopaede meinte am 31. Dez, 19:27:
Liebe Frau Fragmente, ich kann es in Teilen gut nachvollziehen, wie Sie Weihnachten erleben müssen. Ich sitze in bleierner Schwere den gesamten Heiligabend durch und gehe manchmal zum Heulen ins Bad. Mit zwei Paaren am Festtag der Liebe zusammen zu sein, die ohne Interesse und auch ohne Verständnis für meine verlorene Liebe sind. Mir widerfuhr die materielle Liebe, aufs Traurigste. Drei Flaschen Rotwein und 100 €. Die Anderen bekamen Geschenke und nicht nur erfüllte Wünsche.
Die Zeit zwischen den Essensaufnahmen fülle ich mit den einzigen Gesprächen, die die Oberfläche verlassen, Anderes wird abgeblockt, Computer und Essen.
Meine Eltern lieben mich, dessen bin ich mir sicher. Nur Zeigen und Leben werden sie es nicht können.
Möge das Schönste diesen Jahres, das Schlechteste des Nächsten sein.
sammelmappe meinte am 1. Jan, 11:12:
Alles Gute im Neuen Jahr! Von Geschenken verstehe ich nicht viel und von Weihnachten erst recht nicht. Aber vielleicht ist der selbstgegebene Ratschlag nicht schlecht.
blue sky meinte am 1. Jan, 19:49:
Alles Gute im neuen Jahr, liebe Frau Fragmente.(Puh. Sie haben sich mit Weihnachten aber auch eine harte Nuss ausgesucht.)
ungestillt meinte am 2. Jan, 06:05:
Liebe Frau Fragmente,das tut mir leid, daß sie auch dieses Jahr so gelitten haben. Und ich bewundere schon die Gemessenheit, mit der sie das zu ertragen suchen. Ich glaube, daß die Interpretation ihrer Freundin Ruth eine einfache (große) Wahrheit ist. Allerdings "unconditional love" ist da nur die halbe Miete. Für "kids" ist die andere Hälfte. (Bitte nicht: wir bleiben ja immer Kinder). Natürlich, das Abnabeln kann teuflisch schwierig sein. Insbesondere wenn die "unconditional love" gefehlt hat. Wir bleiben an Leib und Seele verstümmelt - ohne Schuld.
Ich habe ja mein Weihnachten mit den Eltern noch vor mir. Wird auch keine reine Freude sein aber leiden will ich deshalb nicht mehr.
Von Herzen ein gutes neues Jahr
kid37 meinte am 2. Jan, 13:11:
Die Mitgliedschaft im Fitneßclub ist wegen Rückenschmerzen. Weshalb sonst? Also: Ein fittes, frohes neues Jahr!
blogger.de:kittykoma meinte am 2. Jan, 13:28:
so langsam finde ich mich damit ab, dass es einfach so ist, wie es ist.ich frug meine eltern zu weihnachten immer, ob wir die beschissene,seit dem morgen laufende glotze mal fuenf minuten ausmachen und gelegentlich was gesuenderes essen koennten als diese unmengen von fettem zeug. und vielleicht einfach aufstehen und das haus verlassen? kann ja ein spaziergang, muss ja nicht die verhasste kirche sein. vater haelt sich ab 10 uhr morgens an bierflaschen fest, mutter kriegt in der kueche einen anfall nach dem anderen. (nebenbei: beide kultiviert & promoviert) ich war, mit einer leidensvollen unterbrechung, weihnachten seit 15 jahren nicht mehr zu hause.
und die muckibudenkarte wuerde ich gern beiden unter den baum legen, wenn es nicht rausgeworfenes geld waere. so schleppen sie ihre fetten, schlaffen koerper mit anfang 60 ein weiteres jahr durch die gegend wie greise. und ich weiss, dass ich sie bald lange pflegen darf. denn sie verweigern ja bereits jetzt schon die pflege ihrer beider muetter mit dem hinweis auf ihre schwer angeschlagene gesundheit.
unconditional love mag eine gute vorstellung sein. ich bin da zickig. ich habe sie von ihnen nicht bekommen und sie bekommen sie jetzt von mir nicht. unconditional love ist fuer meine tochter reserviert und es funktioniert ganz gut. denk ich jedenfalls.
und: liebe frau fragmente. bitte nicht ins schussfeld stellen, wenn ich so in die gewichtsdiskussion einsteige. ich habe vor einigen jahren 20 kilo mehr gewogen, war frueher ein fetter, trauriger teenager und je aelter ich werde, desto zoelibataerer wird mein leben. es hat alles seine zeit.
immer wenn ich gedacht habe, es aendert sich nichts, war die veraenderung im grunde schon da.
L-9 meinte am 2. Jan, 19:11:
> Am Vierundzwanzigsten ist meine Mutter ohnehin > zum Zerreissen gespannt, aufgeblasen wie ein Luftballon.
Auf den Punkt gebracht, ich sehe die meinige leibhaftig vor mir. Dieses Jahr hab ich sie allerdings zu uns verfrachtet. Sie hat dann völlig erstaunt gemeint, so ein entspanntes Weihnachten hätte sie noch nie erlebt ;).... Vielleicht ist das die Lösung: Eltern einladen, aufs Sofa verfrachten mit einem Glas Martini während man den Karpfen vom Gasthaus holt ;).
malles antwortete am 2. Jan, 19:28:
-das war eine gute Idee. (-Und praktisch gedacht war das auch.-)
kid37 antwortete am 3. Jan, 15:59:
Müttertausch an Festtagen wäre auch gut. Denn fremde Mütter sind oft sehr charmant.
phileas meinte am 3. Jan, 13:30:
"Stell dich nicht so an" ist die harte und unbarmherzige Variante eines Vorschlags an Sie selbst, die so eigentlich typisch väterlich ist. Ich erinnere mich, genau diese Worte ungezählte Male aus dem Mund meines Vaters gehört zu haben. Und mir immer gewünscht zu haben, er wäre einfach mal lieb, verständnisvoll und würde mich annehmen in meiner Weicheiigkeit, die sich eben anstellen will, weil ihr danach ist.Eine andere Variante wäre die, sich selbst Verständnis und eine gewisse Zärtlichkeit entgegenzubringen und solche Art von Weihnachten weiträumig zu umgehen. Aus meiner Sicht wäre das die archetypisch mütterliche Art. Da Sie ja selbst keine Kinder haben, könnten Sie ja Ihr eigenes Kind sein. Oder werden?
