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(bezugnehmend auf diesen Text und sich radikal über den Wunsch des Autors, dies sei kein Stöckchen, hinwegsetzend.)

Das Weihnachtsproblem ist ein großes (1 / 2). Ich verbringe dieses Weihnachten bei meinen Eltern. Von einem Weihnachtsfest, so wie ich es schön finde, habe ich Abschied genommen. Ich könnte zwar allein zuhause bleiben und es mir schön machen, aber das kann ich auch, wenn meine Eltern tot sind. So halte ich den Streit aus, schlucke das makrobiotische Essen und bin eine gute Tochter. Auch wenn es niemand sieht außer mir.
Das Silvesterproblem ist etwas kleiner. Letztes Jahr war ich allein zuhause und vor Mitternacht im Bett. Dieses Jahr besucht mich möglicherweise meine Freundin Ruth (auch alleinstehend). Man muß sich ohnehin mehr mit alleinstehenden Freundinnen zusammentun, denke ich mir.
Morgen abend gebe ich Nachhilfe. Letzte Nacht hatte ich einen Traum, in der mir mein Nachhilfeschüler mitteilte, daß er sich für mich entschieden hätte und mit mir zusammen sein wolle. Ich war dann etwas zögerlich. Ob er nur ein fieses Spiel mit mir spielt? Ob seine Mutter das erlaubt? Ob ich ihm dann weiter Nachhilfe geben kann? Ob er über mein Übergewicht hinwegsehen kann? Wir haben schließlich alle Schwierigkeiten überwunden und am Ende hollywoodmäßig geknutscht. Als ich aufgewacht bin, hatte ich ein schlechtes Gewissen. Aber dann dachte ich, daß mein Nachhilfeschüler im Traum nur ein Sinnbild war. Für meine Wünsche, meine Sehnsüchte, die sich im Grunde genommen gar nicht auf ihn persönlich beziehen. Vielleicht stand mein geträumter Nachhilfeschüler stellvertretend für einen Teil meiner Selbst, und im Traum ging es um das Bestreben, mich selbst ein wenig mehr zu mögen.
Dementsprechend habe ich - sagen wir mal - bewegt geschlafen und mein Start in den Tag war eher suboptimal. Daß mich jemand fragt, wie ich geschlafen habe, gehört zu den Dingen, die mir fehlen.
Dafür hört mir jemand zu. Kollegen, Freunde. Mit Schultern sieht es spärlicher aus. Es gibt da eine Kollegin, mit der ich mich gut verstehe. In letzter Zeit fällt mir auf, daß sie mir ausweicht, wenn ich versuche, sie anzustupsen oder ihr über den Oberarm zu streichen. Ich muß das wohl zu oft gemacht haben. Es ist mir sehr peinlich. Manchmal sind die Zeitspannen ohne Berührung sehr lang. Deshalb gebe ich Vertretern gerne die Hand. Am Freitag hat mich ein schwuler Freund zum Abschied umarmt. Das war super.
Ich tanze nicht. Ich tanze nur, wenn mich niemand sieht. Ich habe mal per CD-Swop einen Mix von Sexyjazz bekommen mit einer Menge Soul- und Funkklassikern. Das bringt mich schon in Schwingung.
Das Urlaubsproblem ist größenordnungmäßig zwischen dem Weihnachtsproblem (größer, weil bedeutender) und dem Silversterproblem (kleiner, weil kürzer) einzuordnen. Das Urlaubsproblem bedeutet vor allem: Einzelzimmer sind teurer, allein im Restaurant essen ist doof, und was denken die anderen von mir. Dafür kann man tun, wonach einem ist. Und vielleicht ist alles nur eine Übungssache. Mein Englandurlaub in einer schrulligen kleinen Pension war wirklich schön, und der Urlaub an der Ostsee in einer Ferienwohnung war auch okay.
Der Platz neben mir ist frei. Die Wohnung ist billig, dafür wohnt man dann in einem Haus mir lauter Alkoholikern, schlechter Heizung und vorbeibrausenden ICEs.
Manchmal bin ich mir nicht sicher, ob ich das alleine schaffe. Letzte Woche habe ich ein Regal gekauft und bin fast gestorben, als ich es in den vierten Stock getragen habe (23 kg). Was ist, wenn ich einen Bandscheibenvorfall habe? Gar nicht so unwahrscheinlich. Anke Gröner hatte einen. Vor Kranksein habe ich Angst. Organisieren ist ja okay, so wie man im Alltag immer organisieren muß, wenn größeres ansteht: Freunde rekrutieren, überlegen, ob man ihnen das zumuten kann. Gegebenenfalls jemand engagieren und bezahlten. Aber krank sein, schwach sein, keine Kraft haben, die Dinge zu regeln... Als ich die Verletzung am Bein hatte, saß ich einmal nach dem Arztbesuch im Auto und habe geweint. Aus Verzweiflung. Weil ich nicht mehr konnte. Weil ich nicht mehr weiter wußte. Weil auch die Eltern, fünfhundert Kilometer weit weg, keine Hilfe waren. Weil ich mich mit meiner Mutter am Telefon so gestritten habe, daß ich einfach augelegt habe. Was will man machen. Ich habe es ausgehalten und bin wieder gesund geworden. Es ist ein Mangel an Alternativen. Alleine bleiben, so wie immer. Wenns schlimmer wird, ins Krankenhaus gehen, sich von den Eltern pflegen lassen. Freunde bitten, für einen einkaufen zu gehen. Auf bessere Tage hoffen.
Ich hatte noch nie Sex zu dritt, ich bin froh, wenn es für zwei reicht. Am Bahnhof bin ich manchmal neidisch auf die, die abgeholt werden, Blumen bekommen, sich küssen wie zwei, die gerade einer Katastrophe entronnen sind.
Meine letzte Verabredung hatte ich im Juni. Mein Traummann hat kein bestimmtes Aussehen. Generell mag ich Anzüge und ältere Männer. Manchmal schaut man mir auf die Titten. Das amüsiert mich.
Das mit den Enkelkindern bedrückt mich. Meine Schwester ist kinderlos, hat gerade ihren Mann verlassen und eine Beziehung zu einer Frau angefangen. Somit bleiben die Enkelkinder (oder das Enkelkind) an mir hängen. Ich habe diese Wunschvorstellung von meinem Vater, der mein Kind - einen winzigen, erst ein paar Tage alten Säugling - in den Armen hält. Davon hätte ich gerne ein Foto.
Aber vielleicht wird es kein Kind geben, und die Linie endet mit mir.

Ein wenig Zeit habe ich noch.
Fountain meinte am 28. Nov, 18:54:
Ich bin bewegt und traue mich nicht mehr zu sagen. Nur ein "Dankeschön". 
sammelmappe meinte am 28. Nov, 19:06:
Ich kann es drehen und wenden wie ich will. Was du schreibst ist richtig. Alleine in dieser Welt zu leben ist ziemlich kompliziert. Nicht nur wegen der fehlenden Zärtlichkeit.
Weil mir in meiner Beziehung nur noch absehbar viel Zeit bleibt, versuche ich alles in mich aufzusaugen, was ich an Zweisamkeit bekommen kann. Die Unterstützung, die ich von meinem Schatz bekomme, wird noch für viele Jahre reichen müssen, die ich ohne ihn leben muss. 
Modeste meinte am 28. Nov, 19:27:
Die Vorstellung, dass die Linie mit mir endet, finde ich eigentlich ziemlich gut. Irgendwie befriedigt das meinen Narzissmus. Leider wird mir meine Schwester den Gefallen nicht tun. 
ovit meinte am 28. Nov, 19:47:
ich bin manchmal dankbar, wenn man mich nett mit dem finger anstupst. das muss dann für wochen reichen. reicht aber gerade mal für einen halben tag. dann ist das schöne gefühl schon wieder weg. oder wenn man in einem gespräch flüchtig an den arm gefasst wird. ich bin in diese richtung wohl ähnlich sensibilisiert, da es mir schlichtweg selten passiert. gerne und oft finde ich mich in deinen texten wieder. 
Kai30 meinte am 28. Nov, 19:48:
Darf mann daraus lesen, daß nicht alle Frauen Single bleiben wollen? Wenn ja, warum sagen sie es dann nicht den Männern, die sie toll finden, sondern warten. Es könnte ja schließlich noch ein besserer, tollerer, etc. Mann sich in sie verlieben.... 
Mizz Foxxy meinte am 28. Nov, 19:52:
Zwischen einsam fühlen und einsam sein kann ein großer Unterschied bestehen, vergessen Sie das nicht, Frau Fragmente. Mit Familie und vor allem Freunden ist man nicht so allein, wie man denkt - manchmal braucht man nur dem anderen Menschen entgegen gehen, statt auf ein zukommen zu warten. Und auch ein Mann, mit dem man sein Leben teilt, vermag manchmal das Gefühl der Einsamkeit nicht zu vertreiben. 
Mauzi meinte am 28. Nov, 20:09:
ach liebe Frau Fragmente... wie bitter. Ich kann das wirklich nachvollziehen... diese Gefühle werde ich nie vergessen. Von damals. Als ich jahrelang der Liebe vergeblich hintergelaufen bin, die ich so dringend brauchte. Als ich zwar Menschen um mich hatte, aber doch allein war. Mich vor Weihnachten fürchtete. Angst hatte, das alles nicht zu schaffen. Jeden Morgen aufwachte und dachte - ich will nicht mehr aufwachen.

Allerdings... in den Urlaub bin ich allein gefahren, weil ich die Einsamkeit brauchte.


Heute habe ich das zum Glück alles hinter mir...


Fühl Dich umarmt - wie in Hannover. 
beh meinte am 28. Nov, 23:03:
Puh,
so dick Bitterkeit auf einem Satz. Noch gerahmt von den Saetzen vier und sechs. Da wird einem richtig flau in der Magengegend.

Es ist, so scheint mir, eins dieser es-ist-falsch-Probleme. Egal, wie die Antwort ist, sie ist falsch und es geht einem nicht gut dabei. Und gaebe es nur ja oder nein: man sage "ja", und es ist falsch, man sage "na gut, dann nein" und es ist auch falsch. Wie konnte man nur erst ja und dann nein sagen; man moege den Anlass bedenken.

Ich habe mich dem damals irgendwann einfach entzogen. Vom ersten eigenen Geld allerspaetestens ab dem 21.12. hinreichend weit weg (100km haben gereicht). Macht's wie ihr wollt, ich nehme nicht teil. Nicht ein bisschen, nicht jemandem zuliebe. Gar nicht. Es geht nicht.

Die weiteren Plaene waeren gewesen, dann fuer ein paar Tage einfach ein nicht-christlich gepraegtes Land zu besuchen, um wirklich seine Ruhe zu haben. Was lange die Staatskasse nicht hergab, und mittlerweile geht's auch einfach so. Ich denke, naja, hoffe, fuer die anderen auch. 
fragmente antwortete am 29. Nov, 10:41:
Die Bitterkeit habe ich überwunden und mich schlichtweg arrangiert. 
Jings meinte am 29. Nov, 02:38:
Sehnsucht
selten besser ausgedrückt gelesen.

Das Spannende ist, daß man nicht weiß, was das Schicksal für einen bereit hält. Lassen Sie sich treiben, federleicht. 
ungestillt meinte am 29. Nov, 10:39:
Tagebuch
Frau Fragemente gelesen. Ihr Beitrag von gestern: ein Meer von Anregungen.
L. die immer aus meiner Tasse trinkt. Wie oft hat mich das geärgert und wie oft fehlt es mir, wenn sie es nicht tut. In letzter Zeit tut sie es wenig, fast gar nicht mehr. Bedenklich.
Ist das Gleichgültigkeit, die Frage, ob sie auch eine Tasse Tee wolle, zu verneinen und dann aus meiner zu trinken? Ist es ritterlich, das ohne sich zu beschweren, zuzulassen? Ist es kleinlich, sich zu ärgern? Ist es Intimität, gemeinsam aus einer Tasse zu trinken? Ist es ihr Recht, aus meiner Tasse zu trinken? Das geht zu weit. Rechte, die gibt es nur im Recht, nicht im Leben. 
flyhigher meinte am 29. Nov, 10:54:
Ich bin in einer ganz ähnlichen Lage. Die Troubles, die du beschreibst, mit Weihnachten, Silvester und Urlaub kenne ich hinlänglich. Ich fühle mich dennoch sehr wohl in meiner Lage. Der Wunsch, eines Tages eine Beziehung zu haben, ist noch nicht aufgegeben. Ich glaube nach wie vor daran.

In Österreich läuft zur Zeit eine Werbung (ich weiß nicht, für welches Produkt): Allein sein zu können ist das Schönste. Allein sein zu müssen, das Schwerste.
Noch zähle ich mich zu Ersterem. Spüre aber, dass die Sehnsucht nach Zweisamkeit immer größer wird. 
Remington meinte am 29. Nov, 12:47:
Ja, ich weiß, keine Ratschläge. Tipps vielleicht?
Du bist der lebendige und schriftliche Beweis dafür, dass eine Geschichte, egal worüber, die Menschen immer am Schniefnerv packt, wenn sie ehrlich ist und man das spürt.

Für mich hab ich damals Rezepte gefunden. Weihnachten hab ich den Weihnachtsmann gespielt und glaub mir, nach vier Bescherungen hat man die Nase voll von Feiern und ist froh, wenn man in einer stillen, noch offenen Schenke einen Grog trinken kann. Die Geschichte, wie ich mit Schnapsfahne und je einer vollen Pulle in jeder roten Manteltasche mein Auto aufschloss und die herbeigeeilte Polizei von meinen lauteren Absichten überzeugen musste, wäre auch mal wert, erzählt zu werden...

Silvester gehe ich schon seit Jahren kellnern, diesmal musste ich das gegen den erklärten Unwillen meiner Chefs durchdrücken. Aber so ist es nun schon Tradition. Hier empfielt es sich allerdings, das Etablissement genauestens auszuwählen. Ich habe in Hallen mit dreitausend Mann den Jahrtausendwechsel mitgemacht und auf einem Elbdampfer sechshundert All-inclusive-Rentner abgefüttert, das war Stress. Familiengaststätten sind kuschliger und die Anstrengung hält sich Grenzen. So hab ich meinen Spaß und bekomme noch Geld dafür.

Für den Urlaub hätte ich auch einen Tipp. Wenn man allein unterwegs ist, kann man sich ein genaues Ziel setzen. Sollte ich zum Beispiel einmal nach Schottland kommen, werde ich dortselbst auf die Suche nach einen garantiert echten und nur für mich gemachten Hochlandwollpullover gehen. Ich war in Ägypten gezielt hinter einem silbernen Ank her, in Polen jagte ich den berühmten masurischen Käse, in Bulgarien unverdünntes Rosenöl...
Es ist immer nur ein ganz bestimmtes, das Land bestimmendes Ding, aber eben nur dort zu haben und für den wahren Snob durchaus eine Reise wert. Sollte ich je nach Afrika kommen, werde ich dort trommeln lernen. Zum Beispiel. Und ich will mal vor der Klagemauer stehen und den Kopf schütteln...

In Asien wäre dann ein Kochkurs fällig. Oder so...

Hm, ich hätte wohl doch eine Mail schreiben sollen, was? ;-) 
fragmente antwortete am 29. Nov, 13:03:
Ich sehe meinen Text eigentlich als einen Beleg dafür, daß ich mich eingerichtet habe mit dem Alleinsein. Kommt das rüber oder eher nicht?
Vielleicht liest Dein geschultes Auge ja mehr zwischen den Zeilen als mein eigenes. 
marie__ meinte am 29. Nov, 14:12:
Anm.:
Silvester gäb's ja noch den Notnagel in der Ruhrgebietsnachbarstadt ;-)
Und ich habe schonmal darüber nachgedacht, ob man nicht ein Dissertationsendphasenbetreuungsprogramm initiieren soll für Alleinstehende mit Kochen, Waschen und kleinen Aufmerksamkeiten.

Aber im Ernst: Alleinsein, das geht, das geht im Großen und Ganzen sogar ganz gut, solange es einem selbst gut geht. Aber dann kommen die Momente, da ist man schwach und braucht jemanden, der vielleicht mit anpackt, da ist man krank und einer, der zur Apotheke geht oder eine Suppe kocht, wäre Gold wert, nicht zu schweigen von Zuständen, in denen man noch mehr Hilfe braucht, oder den Momenten, wo man einfach mal einen Menschen braucht, der unmißverständlich auf der gleichen Seite steht.

Das mit den Enkeln ist allerdings auch mit Partner nicht gelöst, wenn der nicht will. 
artemixx meinte am 29. Nov, 17:06:
ein warmes Bauchgefühl
machte sich breit, als ich Ihre Zeilen las.
Jahreswechsel, Alleinsein, Einsamkeit, all diese "bösen" Wörter in einem Text, das kann schon wehmütig machen, auch wenn es nicht um Traurigkeit an sich geht. Man arrangiert sich, "Danke, es geht schon", auch mit dem schweren Regal, auch wenn es schöner und einfacher sein könnte - oder: man es sich mit dem Lebens-Liebespartner zumindest schöner und einfacher erträumt. Meine Situation gleich der Ihren (Eltern 500 km weit weg, man fährt dennoch hin (allerdings nicht dieses Weihnachten), auch trotz der immer wieder auftretenden Missstimmungen passt man sich an, bemüht sich um Harmonie, denn, ja, die Zeit mit den Eltern wird immer kürzer und irgendwann hat man das verstanden und zahlt den Preis auch gerne. Nicht immer, aber immer öfter. Überhaupt wird alles kürzer, auch meine Geduld, wie ich festestellen muss. Mein soziales Umfeld ist sehr groß, viele sind sogar Freunde, wären für mich da, wenn was ist. Aber was ist, wenn nix ist? Meine Einsamkeit - sofern ich sie denn als diese und nicht als Alleinsein empfinde - ist hausgemacht. Ich habe keine Lust auf dünne Gespräche ohne Tiefgang, ich will nicht über Babybrei reden und nicht darüber, dass ich ohne Partner bin. Man kann auch im Beisein von Freunden und Familie echt einsam sein und sogar dann, wenn sich alle bemühen, aber dennoch verschiedene Sprachen sprechen. Dann klappt es einfach nicht, egal wie groß der Wille ist. Es bleibt ein leeres Gefühl, das ich als Einsamkeit verstehe. Und darum wurde mir bei Ihren Zeilen, Frau Fragmente, so warm ums Herz: Sie habe ich vollkommen verstanden und fühlte mich auch so. Das ist ein tolles Geschenk in der trüben Single-Vorweihnachtszeit. Vielen Dank! 
glamourdick meinte am 30. Nov, 07:09:
ich finde ja, dass beziehungen immer dann überbewertet werden, wenn man sie gerade nicht hat. steckt man drin, dann fehlt die wertschätzung für "wie hast du geschlafen", das auch gerne mal anders formuliert wird: "hast du schlecht geträumt?"
wenn man sich auf den leeren (ich sage "freien") platz konzentriert, dann tippt man sich ein leerzeichen in den blick, das lähmt und trübt den blick. ist wie ein witwenschleier und signalisiert "ich brauche". brauchen tut man aber gar nicht. sehnen ist legitim. aber kein job. dann gebe es geld dafür. (sehnen also, ist ein mies bezahlter job.) kein ratschlag. ein erfahrungswert. 
Sokrates23 meinte am 1. Dez, 11:55:
warum nicht öfter berühren?
Ich hab vor einigen Wochen beim ganz normalen Auszählen von Briefwahlunterlagen einen älteren Herrn erlebt, der als Vorsitzender dieses Gremiums durchaus mal den einen oder die andere am Arm packte, während er mit ihnen sprach, drückte, auf die Schultern klopfte usw. Das war überhaupt nicht unangenehm, sondern schaffte eine prima Atmosphäre. Warum eigentlich nicht, wenn's allen gut tut? 
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