Manchmal macht es meine Arbeit erforderlich, daß ich einen Film entwickle. Selbst, von Hand, in einem kleinen dunklen Raum. Und immer gibt es eine Zeitspanne (drei Minuten, fünf Minuten, zehn Minuten), in der ich warten muß, in der es nichts für mich zu tun gibt außer im Dunklen zu stehen. Dann lausche ich meinen Atemzügen, lasse meine Gedanken fliegen, genieße die Stille. Gestern habe ich die Rotlichtlampe ausgeschaltet und die absolute Schwärze auf mich wirken lassen. Mit meinen Fingerspitzen tastete ich die Maße des Raumes ab, der mir so gut bekannt ist.
Wie in diesem kleinen Raum, so ist auch das Leben. Das Licht meines Verstandes ist wie jene Rotlichtlampe und reicht bis zur Tischkante. Man tastet mit dem Herzen. Und all die Verletzungen, die Schrammen, die man sich zuzieht, wenn man gegen Möbelstücke stößt, gegen die Wand, eine Stufe verfehlt, ins Leere fällt - all diese Verletzungen sind gut. Weil man weiß, wo man steht. Weil sich so der Raum erschließt.
Rückblickend werde ich wahrscheinlich dankbar sein für die harte Zeit, durch die ich gerade gehe. Ich bin angeeckt, bin gegen Hindernisse gestoßen, und jetzt, hoffentlich, aufgewacht.
Blöd finde ich es trotzdem. Aber ich habe es mir ja nicht ausgedacht. Ausgesucht auch nicht. Wer hat schon die Wahl?
Es gibt ja nur dieses eine Leben.
Wie in diesem kleinen Raum, so ist auch das Leben. Das Licht meines Verstandes ist wie jene Rotlichtlampe und reicht bis zur Tischkante. Man tastet mit dem Herzen. Und all die Verletzungen, die Schrammen, die man sich zuzieht, wenn man gegen Möbelstücke stößt, gegen die Wand, eine Stufe verfehlt, ins Leere fällt - all diese Verletzungen sind gut. Weil man weiß, wo man steht. Weil sich so der Raum erschließt.
Rückblickend werde ich wahrscheinlich dankbar sein für die harte Zeit, durch die ich gerade gehe. Ich bin angeeckt, bin gegen Hindernisse gestoßen, und jetzt, hoffentlich, aufgewacht.
Blöd finde ich es trotzdem. Aber ich habe es mir ja nicht ausgedacht. Ausgesucht auch nicht. Wer hat schon die Wahl?
Es gibt ja nur dieses eine Leben.
fragmente - am 2005-10-05 10:42
500beine meinte am 5. Okt, 12:19:
die buddhisten gehen ja von neun leben aus.demnach bin ich im vierten.
da ist noch was zu tun.
blogger.de:dekomed meinte am 6. Okt, 08:36:
Nix Ratschlag-nur Hinweis:
Rudolf Steiner sieht die Sache auch komplexer.Ich denke, die Wirklichkeit ist nicht so einfach, wie wir sie gern hätten.
unkreativ.net antwortete am 6. Okt, 08:56:
Ich denke die Wirklichkeit ist einfacher, als wir uns vormachen. Sie ist binär.
engl antwortete am 6. Okt, 18:06:
binär? ich dachte wir leben in zeiten fortschreitender digitalisierung und fragmentierung. (nein, nicht als kalauer gemeint, wirklich nicht.)
blogger.de:moravagine meinte am 6. Okt, 18:45:
Überschreiten
Das Tolle is ja, dass man im Dunklen die Grenzen nicht sieht, sondern erst im Gegenrennen erlebt. Das hat zwar den Nachteil der Schrammen, aber die verheilen. Hätte man vorher alles im Licht mit den Augen erspäht, wären die schlecht ausgeleuchteten Flecken Teil der Nichtwelt. Da verpasst man aber ne Menge. Ein Lob der Gegenaufklärung mit dem schattenspendenden Stab der Stille.
cristo669 meinte am 7. Okt, 12:23:
Reichweite
Erfahrung ist die Summe aller Fehler, die man in seinem Leben macht.Die Erfahrung, die hier beschrieben ist, spiegelt dies im kleinen wider.
Um mich herum ist Dunkel, ich weiß nichts. Ich nehme meine Raum ein, den ich mit meinem Licht erfülle. Jenseits dessen bleibt die Welt für mich unerforscht. Denoch bewege ich mich. neugier treibt mich wohl an. Und es geht mir nicht schnell genug, so dass ich nicht mehr reagieren kann, wenn mein Licht ein Hindernis erhellt, das im meine Reichweite kommt. Autsch! Das hat weh getan. Die Nase blutet vielleicht sogar.
Aber Booh Ey, was ist das. Es wird heller um mich herum. Ich sehe weiter als vorher. Aber ich bewege mich dafür auch schneller im Dunkeln voran.
Autsch! Das hat weh getan. Die Nase blutet vielleicht sogar. Schon wieder ein Hindernis nicht gesehn. Und dass, obwohl ich ander Hindernisse rechtzeitig gesehn und umgangen, oder aus dem Weg geräumt habe.
Aber Booh Ey, was ist das. Es wird heller um mich herum. Ich sehe weiter als vorher.
Und irgendwann erhellt sich auch das letzte Dunkel. Denn dann werde ich wissen was "danach" kommt.
Mein Licht wird strahlen und das Universum erhellen.
